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Entomofauna, ZEITSCHRIFT FÜR ENTOMOLOGIE VOL 14-0233-0248

ßntomojauna
ZEITSCHRIFT FÜR ENTOMOLOGIE
Band 14, Heft 12: 233-252

ISSN 0250-4413

Ansfelden, 25. Mai 1993

Zur Methodik des Großschmetterling-Fangs in Malaisefallen
(Lepidoptera, Macroheterocera)
Axel Hausmann

Abstract
Malaise traps and light catches were operated simultaneously in various trapping sites
in the Northern periphery of Munich (Bavaria). The resulting species spectra (1992) are
analysed with regard to efficiency of the method and its worth for ecologic conclusions:
Malaise traps work much less efiicient than light catches. For faunistic purposes they
are quite useless, due to the great efforts, that they require.
The percentages of the various ecotypes in the results of the Malaise traps reflect in a
very good way the ecologic character of the collecting site, though the sample sizes were
quite small. Catches, that are based on the attraction principle (e.g. light catches), cause

"unvoluntary" immigrations. This can lead to erroneous conclusions.
Zusammenfassung
Anhand von 5 Malaisefallen- und 2 Lichtfang-Artenspektren (Macroheterocera), die im
Jahr 1992 im Münchner Norden (Bayern) erstellt wurden, werden Rückschlüsse auf
Effizienz und Aussagekraft der beiden Methodiken gezogen:
Für faunistische Untersuchungen ist der Malaisefallenfang wegen seiner geringen
Effizienz dem Lichtfang weit unterlegen und ist wegen des umfangreichen Arbeitsaufwandes so gut wie unbrauchbar.
Die Ökotypenanteile des Malaisefallen-Fangergebnisses spiegeln den ökologischen
Standortcharakter trotz der geringen Stichprobengröße in ebensoguter Weise wieder, wie
dies in der Methodik des Lichtfangs der Fall ist. Fehlerquellen, die sich durch das
233


Fangprinzip "Anlockung" ergeben, fallen hier weg.
Einleitung
Bei lepidopterologischen Bestandsaufnahmen finden sich in der Literatur nur äußerst
wenige Beispiele für Verwendung von Malaisefallen. Entsprechende Hinweise fehlen auch
in der lesenswerten Zusammenfassung über die Methodik von Nachtfalteruntersuchungen
von M E E R (1992). Dies liegt bei den sogenannten Macroheterocera (überwiegend
nachtaktive Familien der "Großschmetterlinge") v.a. an der erschwerten Bestimmbarkeit
des anfallenden Alkoholmateriales gegenüber Lebendbeobachtungen im Handfang am
Tuch, am Köder, am Pheromon bzw. in der Lebendlichtfalle oder "Trockenfangen" gewisser Tötungs-Lichtfallentypen.
Bei faunistischen und v.a. bei ökologischen Fragestellungen tauchen im Licht-, Köderund Pheromonfang jedoch stets Probleme hinsichtlich der Interpretation des Fangergebnisses auf, da sich oft nur sehr ungenau abschätzen läßt, aus welcher Entfernung
manche Individuen angelockt werden, und wie hoch der Grad einer solchen Überfremdung
des standorttypischen Artenspektrums, bedingt durch das attraktiv wirkende Fangprinzip,
zu veranschlagen ist.
Ein Fangprinzip, das nicht auf Anlockung irgendwelcher Art beruht, ist gerade das der
Malaisefalle: Sich trichterförmig verengende Lenkflächen leiten fliegende Insekten von
allen Himmelsrichtungen auf einen Behälter mit Tötungsflüssigkeit in ca. 2 m Höhe zu.
Hierbei werden natürlich Arten mit hohem Dispersal (i.w.S.) gegenüber weniger
flugaktiven Arten bevorzugt. Man kann jedoch bei dieser Methode davon ausgehen, daß
alle gefangenen Individuen auch wirklich "freiwillig" (d.h. ohne Beeinflussung durch den
Fangvorgang) an der Fangstelle vorkamen.
Ziele der vorliegenden Arbeit sind in diesem Zusammenhang:
1) Durch den Vergleich mehrerer Malaisefallen-Fangergebnisse (Macroheterocera), die
im Jahr 1992 gleichzeitig aus verschiedenen Biotoptypen erbracht wurden, die ökologische
Aussagekraft der in dieser Methodik zu erzielenden Ergebnisse zu überprüfen.
2) Durch den Vergleich von Lichtfang-Artenspektren mit Malaisefallen-Artenspektren
(Macroheterocera) Effizienz und Aussagewert beider Methodiken zu hinterfragen. Hierzu
wurde im Untersuchungsgebiet 1992 an zwei der Malaisefallen-Standorte auch Lichtfang


betrieben.
Methode
1) Malaisefalle
Zum Fangprinzip der Falle siehe Einleitung. Die Fangbehälter wurden durch den
Betreiber (S. BLANK, Röhrmoos) einmal wöchentlich, im Herbst auch manchmal alle 14
Tage geleert und das Fangergebnis in Isopropylalkohol überführt.
Das Untersuchungsgebiet liegt im Gut Obergrashof (Bayern), westlicher Landkreis
Dachau (48 8 16 l N/ll°30'E). Ehemals handelt es sich bei den untersuchten Flächen um ein
typisches Niedermoor, das zu Beginn dieses Jahrhunderts entwässert und in der Folgezeit
auf weiten Flächen landwirtschaftlich genutzt wurde. Folgende 5 Malaisefallen-Standorte
wurden im Zeitraum Anfang Mai bis Mitte Dezember 1992 kontinuierlich befangen:

234


Ml: OfFenland, selten gemähte Kleewiesen. Position der Falle an neu aufgeworfenem
Gestrüppwall (zur Entwicklung einer Benjeshecke). Im Umkreis von 200 m
keinerlei Gehölzstrukturen.
M2: Ca. 200 m nördlich von Ml am Waldrand (Erle, Eiche, Traubenkirsche, Esche, Birke,
Kiefer).
M3: Ca. 200 m nördlich von M2 im Inneren des Waldes.
Die Fangstellen M4 und M5 liegen ca. 1 km nordöstlich der Fangstellen M1-M3, inmitten
eines Moorbirkenwaldes (mit Erle, Eiche, Weide, Traubenkirsche u.s.w.).
M4: Waldlichtung (ca. 1 ha) mit Wildacker (Topinambur).
M5: Ca. 100 m nördlich von M4 im relativ stark beschatteten Waldesinneren.
Der 1992 im Malaisefallenfang nicht erfaßte Frühlingsaspekt wurde 1993 durch Fänge
von Anfang April bis Anfang Mai abgedeckt. Die betreffenden Ergebnisse sollen hier nur
bedingt zum Vergleich herangezogen werden.
2) Lichtfang
Es wurde Lebend-Lichtfallenfang an einer 15 W superaktinischen Leuchtstoffröhre
("Falle"), nächtlicher Handfang an einer 15 W superaktinischen Leuchtstoffröhre ("SA")
und nächtlicher Handfang an einer 160 W Mischlichtlampe (Generatorbetrieb, "ML") an
folgenden Stellen betrieben:
Ogr (die Buchstabenkombinationen wurde aus einem ökologischen Gutachten für die
Landeshauptstadt München beibehalten), Fangstelle am Malaisefallen-Standort
M2: lOx Falle, Ix ML gleichmäßig über das Jahr verteilt von 12.4. bis 30.10..
Top: Fangstelle am Malaisefallen-Standort M4: 3x Falle, 7x SA, 2x ML, gleichmäßig über
das Jahr verteilt von 20.3. bis 2.11..
3) Auswertung
Prinzipiell wurde bei der Determination des Lichtfallenfangs und der Auswertung des
Fangergebnisses in der selben Weise vorgegangen wie in HAUSMANN (1990a: 16f.)
beschrieben. Bei den Handfangen erfolgte die Determination nach Möglichkeit sofort im
Freiland.
Das Malaisefallenmaterial wurde im Alkohol determiniert. Dies bedeutet eine
langwierige und harte Arbeit über viele Wochen hinweg. Die Bestimmbarkeit ist nur für
den geübten Kenner ausreichend, bei ca. 10-20 % der Individuen ist für eine verläßliche
Determination die morphologische Untersuchung der Kopulationsorgane nötig, da der
Zustand der Falter eine direkte Bestimmung anhand habitueller Merkmale nicht erlaubt.
Die "Quantifizierung" des Lichtfang-Ergebnisses im Handfang (Ogr, Top) erfolgte durch
Mindest-Angaben mit Sicherheit nicht mehfach beobachteter Individuen.
Bei der Erarbeitung der Einzel-Artenspektren (vgl. Anhang) wurde die jeweilige Art
einer Ökotyp-Gruppe zugeordnet. Neben einem Hauptvorkommen ist auch ein für die Art
suboptimales Nebenvorkommen angegeben, wobei die Einteilung in HAUSMANN (1990a:
23ff) anhand neuerer Erkenntnisse leicht modifiziert wurde. Zur Problematik einer solchen
schematisierenden Betrachtungsweise siehe HAUSMANN (I.e.).
Folgende Abkürzungen werden in dieser Arbeit verwendet:
U = Ubiquisten
A = typische Arten der unter Agramutzung stehenden Flächen

235


O = mesophile Arten des Offenlandes (Graslandschaften)
G = mesophile Arten der Hecken, Gebüsche und der Waldränder
W = mesophile Arten der Wälder (Laub- und Nadelwälder)
H = hygrophile Arten i.w.S.
X = xerothermophile Arten i.w.S.
Ergebnisse
Aus den Fangergebnissen der verschiedenen Arten an den jeweiligen Fangstellen (vgl.
Anhang) errechnen sich folgende Arten- und Individuensummen (Tab. 1,2):
Tab. 1: Artensummen der verschiedenen (Haupt-)ökotypgruppen an den Lichtfang- und
Malaisefallen-Standorten im Untersuchungsgebiet 1992; in eckigen Klammem die
Artenzahl unter Hinzuziehung der Aprilfange 1993; Legende der ökotypen und der
Fangplätze siehe Text.

U

A

O

G

W

H

X

Ogr
Top

40
37

7
1

22
12

50
57

49
44

14
16

2
-

184
167

Ml
M2
M3
M4
M5

14
30
23
24
20

5
3
2
4
2

20
21
5
17
4

8
23
22
14
24

22
12
15
14

3
7
1
4
3

_
1
-

50 [51]
106 [106]
65 [66]
79 [82]
67 [69]

Z

Tab. 2: Individuensummen der verschiedenen (Haupt-)ökotypgruppen an den Lichtfangund Malaisefallen-Standorten im Untersuchungsgebiet 1992.

U

A

O

G

W

H

X

Ogr
Top

635
295

14
1

205
24

236
409

234
259

85
180

3
-

1412
1168

Ml

205
131
116
134
79

41
6
2
6
3

130
126
6
25
11

12
100
56
33
49

_
64
29
144
151

41
18
1
8
9

3
_

429
445
210
353
302

M2
M3

M4
M5

236

Z


Aussagekräftiger werden diese Zahlenwerte, wenn man sie in prozentuale Relation
zum Gesamtarten- bzw. Gesamtindividuenergebnis des jeweiligen Artenspektrums setzt
(Tab. 3,4):
Tab. 3: Prozentuale Artenanteile der verschiedenen (Haupt-)Ökotypgruppen am Gesamtartenspektrum
der verschiedenen Lichtfang- und Malaisefallen-Standorte
im
Untersuchungsgebiet 1992.
U

A

O

G

W

H

X

z

Ogr
Top

22%
22%

4%
1%

12%
7%

27%
34%

26%
26%

8%
10%

1%
0%

100 %
100%

Ml
M2
M3
M4
M5

28%
28%
35%
30%
30%

10%
3%
3%
5%
3%

40%
20%
8%
22%
6%

16%
22%
34%
18%
36%

0%
21%
18%
19%
21 %

6%
6%
2%
5%
4%

0%
0%
0%
1%
0%

100 %
100 %
100%
100 %
100 %

Tab. 4: Prozentuale Individuenanteile der verschiedenen (Haupt-)Ökotypgruppen am
Gesamtartenspektrum der verschiedenen Lichtfang- und Malaisefallen-Standorte im
Untersuchungsgebiet 1992.
U

A

o

G

W

H

X

I

Ogr
Top

45%
25%

1 /O

0%

14%
2%

17%
35%

17%
22%

6%
16%

0%
0%

100%
100%

Ml
M2
M3
M4

48%
30%
55%
38%
26%

30%
28%
3%
7%
4%

3%
23%
27%
9%
16%

0%
14%
14%

9%
4%
0%
2%
3%

0%
0%
0%

100%
100 %
100 %
100%
100 %

M5

10%
1 /o

1%
2. 7O

1 %

41 %
50%

1%
0%

Die ökologischen Ansprüche der verschiedenen Arten unterliegen unter natürlichen
Bedingungen keinem so starren Schema, wie in Tab. 1-4 zugrundegelegt. Daher wurde für
die Arten (vgl. Anhang) jeweils auch ein suboptimales Nebenvorkommen angegeben. Zur
Berücksichtigung desselben wurde (willkürlich) der Haupt-Ökotyp mit 2/3 und der Nebenökotyp mit 1/3 gewertet. Die daraus resultierenden Anteile der verschiedenen ökotypen
am jeweiligen Gesamtartenspektrum zeigt Tab. 5:

237


Tab. 5: Prozentuale Anteile der verschiedenen ökotypgruppen am Gesamtartenspektrum
der verschiedenen Lichtfang- und Malaisefallen-Standorte im Untersuchungsgebiet 1992
unter Gewichtung des Hauptvorkommens mit 2/3 und des Neben Vorkommens mit 1/3.
U

A

O

G

W

H

X

I

Ogr
Top

16%
16%

4%
1%

11 %
7%

36%
40%

25%
26%

7%
10%

1%
0%

100%
100%

Ml
M2
M3
M4
M5

21%
21%
26%
21%
22%

12%
4%
3%
5%
3%

31%
15%
8%
17%
6%

27%
32%
38%
30%
37%

3%
19%
20%
16%
22%

5%
8%
5%
8%
9%

1%

100%
100%
100%
100%
100 %

1 ®/t\

0%

3%
1 /o

Diskussion
1) Vergleich der Malaisefallen-Einzelergebnisse untereinander:
Es zeigen sich in den Tab. 1-5 überaus deutliche Unterschiede in den Arten- und
Individuen-Anteilen der verschiedenen ökotypen am Gesamtartenspektrum entsprechend
der pflanzensoziologischen Gegebenheiten der Standorte, die mit den larvalökologischen
Ansprüchen der betreffenden Gruppen gut korreliert sind (vgl. Tab. 3,4).
Das Individuenverhältnis Offenlandbewohner (A + O + X) zu Bewohnern von
Gehölzstrukturen (G + W) zeigt auf wenigen Hundert Metern ein Gefälle von 40:3 (Ml)
über 29:36 (M2) auf 4:41 an M3 (vgl. Tab. 4)! Auf nur ca. 100 m Distanz zeigt sich
zwischen M4 und M5 ein Artenverhältnis Offenlandbewohner zu Gehölzbewohner von
28:37 bzw. 9:57 (vgl. Tab. 3)! Ähnliche diskontinuierliche Muster, die auf DispersalBarrieren hindeuten, wurden bereits in Hausmann (1990b) diskutiert.
2) Effizienzvergleich Lichtfang/Malaisefalle:
Die Artenausbeute der kontinuierlich betriebenen Malaisefallen lag an M2 und M4 bei
ca. 50 % des Lichtfang-Jahresergebnisses; dies wohlgemerkt bei nur 11-12 Lichtfängen,
wobei es sich im einen Fall schwerpunktmäßig um Fallenfange, im anderen Fall mehr um
Handfänge handelt. Unter Zuhilfenahme stichprobenabhängiger Muster im Ergebnis
anderer Lichtfang-Standorte kann der reale Artenbestand 1992 in einem LichtfallenEinzugsbereich (bei einer Methodik wie in HAUSMANN, 1990a) in einer sehr groben
Annäherung hochgerechnet werden: um den Standort M2/Ogr herum ergeben sich ca. 400
Arten, beim Standort M4/Top ca. 350 Arten. Das Malaisefallen-Ergebnis repräsentiert
demnach nur ca. 1/4 des Gesamtartenbestandes. Die Individuen-Ausbeute der
Malaisefallen erreichte nur ca. 1/3 des Lichtfangergebnisses.
Für faunistische Fragestellungen in der Lepidopterologie ist die Malaisefalle daher als
eine im Vergleich mit dem Lichtfang sehr wenig effiziente und ungleich arbeitsaufwendigere Methode einzustufen.

238


3) Methodik-spezifische Muster in den Ergebnissen der Malaisefallen und der
Lichtfänge:
- Am Fangort M2/Ogr konnten 109 Arten nur im Lichtfang und nicht in der
Malaisefalle nachgewiesen werden. Der Spanneranteil (48%) sowie der Anteil der
Spinnerartigen Nachtfalter (15%) lag bei diesen 109 Arten überdurchschnittlich hoch, der
Eulenfalter-Anteil recht niedrig (37%). Gemessen an den ökologischen Ansprüchen ist bei
solchen präferentiell am Licht nachzuweisenden Arten der Anteil der Gehölzbewohner (G
+ W) mit 63% überdurchschnittlich hoch. Die hier betrachtete Gruppe von Arten setzt sich
schwerpunktmäßig aus zwei Komponenten zusammen: Arten, die so wenig mobil sind, daß
die Fallenmethodik der Malaisefalle nicht greift sowie ein Anteil aus der Umgebung angelockter Arten, die sich ohne die Attraktivität der Lichtquelle nicht an die Fangstelle
begeben hätten.
31 Arten konnten nur in der Malaisefalle nachgewiesen werden. Hier lag der
Noctuiden-Anteil (Eulenfalter) mit 55% sehr hoch, ebenso (in der Betrachtung der
ökotypen) der Anteil der Offenlandbewohner (O + A + X = 32%). Es handelt sich bei
diesen präferentiell in der Malaisefalle nachzuweisenden Arten v.a. um hochmobile Arten.
- An der Fangstelle M4/Top zeigen sich ganz entsprechende Ergebnisse: 120 Arten
wurden nur im Lichtfang nachgewiesen. Dem Anteil an Spannern (41%) und spinnerartigen Nachtfaltern (27%!) stand bei diesen Arten ein Noctuiden-Anteil von nur 32%
gegenüber. Der Anteil an Gehölzbewohnem lag auch hier sehr hoch (67%).
31 Arten waren ausschließlich in der Malaisefalle vertreten: Der Noctuiden-Anteil
erreichte auch hier den hohen Wert von 55%; ähnliches gilt für den Anteil der
Offenlandbewohner (48%!).
Auffällig ist die Häufigkeit mancher am Licht seltenen Arten in der Malaisefalle (z.B.
Abrostola spec., Hadena spec., Cucullia umbratica, Apamea characterea u.s.w.)
Auch in Tab. 3-5 zeigt sich deutlich eine Überrepräsentierung der Ökotypen "U", "A"
und "O" in den Malaisefallen gegenüber dem Lichtfang. Die Ubiquisten sind hier aber
wohl mehr deshalb stärker vertreten, weil bei niedrigeren Gesamtartenzahlen solche stets
in allen Stichproben enthaltenen "Allerweltsarten" prozentual stärker ins Gewicht fallen.
Im Malaisefallen-Fangergebnis 1992 fehlt der Frühlingsaspekt (Aprilfänge). Eine
Bereinigung unter Berücksichtigung der Aprilfänge 1993 untermauert weiter die o.g.
Aussagen (vgl. Anhang).
4) Schärfe der Ökotyp-Charakteristiken in Lichtfang/Malaisefalle:
Das Relief unterschiedlicher Ökotypen-Zusammensetzungen der Artenspektren
mehrerer Standorte bzw. die Schärfe der ökologischen Charakteristik eines Einzelstandortes kommt im Malaisefallenfang (vgl. z.B. Tab. 4 und Punkt 1 der Diskussion) trotz
geringerem Stichprobenumfang (Gesamtarten- und Gesamtindividuenzahl) ungefähr
ebensogut zum Ausdruck wie im Lichtfang (Ogr, Top). Eine stets zu bedenkende
Fehlerquelle in der Lichtfangmethodik (und vermutlich auch im Köder- und dem
Pheromonfang) ist das Herauslocken vieler Arten aus Nachbarhabitaten, wie z.B.
überverhältnismäßig vieler Offenlandbewohner an den Waldrand an Ogr oder vieler
Gehölzbewohner auf die Lichtung am Topinamburfeld (Top).

239


5) Ökotypgewichtung in der Auswertung:
Die in Tab. 5 vorgenommene anteilsmäßige Gewichtung der jeweiligen Haupt- und
Nebenvorkommen führt im Prinzip zu den selben Ergebnissen wie die Betrachtung unter
ausschließlicher Berücksichtigung der Haupt-Ökotypen. In mancherlei Hinsicht werden die
Reliefs verwischt, z.B. bei der Gegenüberstellung Offenlandbewohner/Gehölzbewohner,
manchmal treten sie aber auch deutlicher hervor, z.B. bei der Ermittlung der Anteile
hygrophiler Faunenelemente.
Vielleicht wäre eine getrennte Einteilung der Arten in zwei Präferenzkontinua
bezüglich Beschattungsgrad einerseits und Feuchtigkeit andererseits sinnvoll. Eine solche
Vorgehensweise soll jedoch für das Untersuchungsgebiet einer künftigen, ausführlicheren
Bearbeitung vorbehalten bleiben.
Dank
Herrn S. BLANK, Röhrmoos, sei ganz herzlich für den Betrieb der Malaisefallen und
das Überlassen des Materiales gedankt. Die Herren R. KELLER, N. KEIL, O. CZADEK und P.

SCHWARZBAUER halfen bei der Durchführung der Lichtfange an der Fangstelle auf dem
Topinamburfeld.
Literatur
HAUSMANN, A. - 1990a. Zur Dynamik
von
Nachtfalter-Artenspektren: Tumover und
Dispersionsverhalten als Elemente von Verbreitungsstrategien. Spixiana Suppl. 16: 1-222.
- - 1990b. Die Bedeutung des genauen Lichtfallen-Standortes für die Aussagekraft des Fangergebnisses
{Lepidoptera, Macroheterocerd). Atalanta21 (3/4): 301-312.
MEIER, M. - 1992. Nachtfalter: Methoden, Ergebnisse und Problematik des Lichtfanges im Rahmen
landschaftsökologischer Untersuchungen. - In: Trautner, J. (Hrsg.): Arten- und Biotopschutz in der
Planung: Methodische Standards zur Erfassung von Tierartengruppen. - Ökologie in Forschung
und Anwendung 5: 203-218.

Anschrift des Verfassers:
Dr. Axel HAUSMANN

Zoologische Staatssammlung
Münchhausenstr. 21
D-81247 München
Germany

240


Anhang: Artenliste
Die Nomenklatur und die Reihenfolge der Arten richtet sich aus Praktikabilitätsgründen
(vgl. Bemerkungen in HAUSMANN, 1990a) nach FORSTER & WOHLFAHRT (1955-1981).

Legende der Ökotypen und der Fundorte siehe Text, ökotypen: Haupt/Nebenvorkommen.
L = Larvalfund unmittelbar an der Fangstelle oder in der Malaisefalle. Werte in eckigen
Klammern beziehen sich auf die Aprilfänge 1993.

Ogr

Top

Ml

M2

M3

M4

Spinnerartige (Bombyces & Sphinges)
M cucullatella
G/X
D. pudibunda
W/G
O. recens
U/G
L. monacha
W/G
2
P. similis
W/H
13
G/W
1
C. mesomella
M. miniata
H/G
1
E. depressa
W/G
3
G/W
E. complana
1
G/W
E. lurideola
G/W
S. sororcula
P. fuliginosa
7
O/G
4
S. lubricipeda
U/G
S. menthastri
U/G
9
D. sannio
1
O/G
1
A. caja
H/U
.
C. vinula
G/H
W/G
S.fagi
D. trimacula
W/G
D. ruficomis
W/G
P. anceps
W/G
P. tremula
H/W
1
H/W
P. gnoma
1
G/W
N. dromedarius
3
L. bicoloria
W/H
L. camelina
W/G
L. cuculla
W/G
7
P. palpina
G/U
P. bucephala
G/W
2
C. curtula
G/H
C. anachoreta
H/G
C. pigra
G/H
A. limacodes
U/W
13
S. ligustri
G/W
1

1
1
1
.
14
21
1
6
1
3
4
3
1
1
1
1
1
9
2
1
1
1
7
1
1
1
2
1

-

L
1
19/L
1
.
1
2
1

-

-

Art

ökotyp

241

1
1
-

2
1
-

1
1
-

1
-

L
7
1
1
1
-

M5

L
l/L
.
l/L
1
1
1
-


Art
H. pinastri
D. elpenor
D. porcellus
M. stellatarum
H. pyritoides
T. batis
T. ßuctuosa
T. duplaris
T.or
D. falcataria
D. lacertinaria
D. binaria
P. populi
M. rubi
P. casta
P. betulina
H. humuli
H. sylvina
H. hecta
Eulenfalter (Noctuidae)
S. segetum
S. exclamationis
0. plecta
N. pronuba
N. comes
P. punicea
D. brunnea
D. rubi
A. c-nigrum
A. ditrapezium
A. triangulum
A. baja
A. sexstrigata
A. xanthographa
A. prasina
C. rubricosa
D. trifolii
P. nebulosa
M. brassicae
M. persicariae
M. w-latinum
M. thalassina
M. suasa

ökotyp
W/G
U/G
X/O
U/X
U/G
G/W
W/G
H/W
G/W
W/G
W/H
W/G
W/G
O/G
U/G
G/H
H/O
O/G
G/H

A/U
O/U
U/O
U/G
A/U
H/W
W/G
H/A
U/A
U/G
U/G
G/O
O/G
O/G
G/O
O/G
U/A
G/W
A/O
U/G
O/X
G/W
U/O

Ogr
5
1
2
.
7
1
5
2
1
2
-

Top
1
2
4
2
1
13
3
7
2
1

Ml
1
-

L
1
-

4
-

1
-

3
48
2
47
1
3
4
199
58
17
1
26
33
5
2
1
1
2

5
1
1
2
9
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5
1
1
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1
1
2
-

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4

242

12
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1
1
.
4

M4
4
3
1
1
-

M2
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1
1
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1
4
-

M3
2
-

1
2

4

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1
2
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1
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6

1
1
2
3
1
2
1
_

3
7

5
5
-

L
2
2

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1

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1
1
_

M5
1
1
1
1
L
L
5

3
2
2
1
-


Art
M. oleracea
H. rivularis
H. compta
H. bicruris
E. imbecilla
T. decimalis
P. flammea
0. cruda
0. populi
0. gracilis
0. stabilis
0. incerta
0. munda
0. gothica
M. turca
M. albipuncta
M. impura
M. pallens
A. pyramidea
D. scabriuscula
R. ferruginea
T. matura
E. lucipara
P. meticulosa
I. retusa
I. subtusa
E. ypsillon
C. trapezina •
C. pyralina
A. monoglypha
A. sublustris
A. crenata
A. characterea
A. remissa
A. anceps
A. sordens
A. scolopacina
A. ophiogramma
0. strigilis
0. versicolor
0. latruncula
M. furuncula
M. secalis
M. didyma

Ökotyp
A/G
O/A
O/X
O/G
H/O
O/G
W/G
W/G
G/H
U/H
U/W
U/W
W/G
U/G
H/G
A/O
H/U
O/U
W/G
O/H
U/G
O/G
G/U
A/O
G/H
H/G
H/G
W/G
G/W
O/A
O/G
O/G
G/O
O/H
A/O
A/O
G/W
H/G
G/O
G/H
U/O
O/G
O/A
O/A

Ogr
5
3
.
2
1

Top
1
-

Ml
4
1
12
-

5
4
20
2
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1
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12
1
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1
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1
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3
5
1
3
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1
.
3
1
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2
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-

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1
1
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1
-

243

[1]
6
34
10
1
-

4
4
1
2
2
2
2
4

M2
1
-

M3
-

1[1]
11
4
1
2
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-

-

-

1
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.

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1

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-

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1
1

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-

-

-

-

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.
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1
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1
1
1
2
-

[1]
1
2
-

8
2
1
2
6
3
-


Art
P. minima

P.fluxa
L. testacea
A. fucosa
H. micacea
G. flavago
M. tngrammica
H. alsines
H. ambigua
C. morpheus
A. venustula
C. umbratica
L. socia
X. vetusta
A. oxyacanthae
B. satura
E. transversa
C. vaccinii
C. rubiginosa
A. circellaris
P. umbra
A. putris
E. algae
P. coenobita
A. psi
H. strigosa
P. auricoma
P. rumicis
C. ligustri
J. deceptoria
J. pygarga
E. uncula
E. olivana
E. chlorana
B. prasinana
C. festucae
A. gamma
A. pulchrina
M. confusa
P. chrysitis
P. tutti
P. chryson
A. triplasia
A. trigemina

Ökotyp
H/W
0/G
0/A
O/A
H/A
A/H
O/G
U/G
O/A
U/O
G/X
A/O
G/W

O/G
G/U
G/W
U/W
W/G
G/W
G/U
O/G
U/G
G/W
W/G
G/W
G/W
G/A
A/G
G/W
O/G
U/G
H/O
O/G
G/H
W/G
H/O
U/A
O/G
A/X
U/G
U/G
H/G
U/G
U/G

Ojjr
.

3
1
8
1
6
4
1
1
2
3
1
7
-

Top
1
2
1
1
1
3
1
3
2
1
.

13
1
2
3
17
2
37
1
2
.
1
2
4
1

2
4
3
2
1
1
1
1
-

244

Ml

M2

M3

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1
.
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5
6
-

1
1
6
-

-

13
-

27
1
5
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1
.
2
-

1
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-

1
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1
1
-

-

2
143
4
5
6

16
1
5
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1

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10

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M5
.
1
1
[1]
1

-

1
-

1
-

1
-

5
-

51
1
3
1
2
1
6
12

9
3
3


Art
E. glyphica
L. pastinum
R. sericealis
C. salicalis
P. tentacularia
Z. tarsicrinalis
Z. grisealis
T. emortualis
H. proboscidalis
Spanner (Geometridae)
A. aescularia
0. atrata
G. papilionaria
H. aestivaria
H. chrysoprasaria
S. biselata
S. dimidiata
S. aversata
C. annulata
C. punctaria
C. griseata
S. chenopodiata
N. carpinata
P. sexalata
0. brumata
0. dilutata
0. aututnnata
T. dubitata
C. cervinalis
C. undulata
P. vetulata
P. transversata
L. pyraliata

C.fulvata
P. rubiginata
T. variata
T. obeliscata

T.firmata
C.
D.
X.
X.
X.

siterata
truncata
fluctuata
montanata
spadicearia

Ökotyp
O/G
G/O
U/G
G/H
G/O
G/W
G/W
W/G
U/G

Ogr
2
8
1
.
3
1
1
19

Top

Ml
1

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4

M3

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11

9

20

19

9

25

6

12

13

3

11

W/G
O/H
W/G
G/W
G/W
G/W
G/H
U/G
W/G
W/G
U/G
O/G
G/H
G/H
W/G
W/G
H/G
G/W
G/W
W/G
G/U
G/W
G/O
G/A
W/G
W/G
W/G
W/G
G/W
G/W
G/A

4
1
24
.
17
1
5
1
5
4
2
.
2
.
2
4
2
1
3
1
4
1
6
1
1
3

3
4
1
1
52
1
4

1
1
1

2
1

-

2

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1

_
7
2
-

1
1

1
1

\

-

[1]

-

5
2
_

5
2

124
1
1

121
1
1

1

1

1

W/H
G/W

1
1

3
2
.
2
1
6
1
1
1
3
1
1
4

245

2
2

-

2
2

3
1

-


Art
X. ferrugata
X.biriviata
0. quadrifasciata
C. pectinataria
L. ocellata
P.berberata
E. cuculata
E.bilineata
D. capitata
D. silaceata
E. corylata
M.albicillata
M.procellata
E. tristata
E.altemata
£•. nvato
P. alchemillata
,P. bifaciata
P. flavofasciata
H.furcata
//. coerulata
//. testaceata
H.
flammeolaria
£. nebulata
E. haworthiata
E. bilunulata
E. exiguata
E. valerianata
E. extraversaria
E. centaureata
E. trisignaria
E. tripunctaria
E. absinthiata
E. castigata
E. virgaureata
E. tantillaria
E. lanceata
C. v-ata
C. rectangulata
H. tersata
A. melanaria
C.sylvata
L. marginata
Ladustata

ökotyp
U/G
W/G
W/G
G/O
O/G
G/W
G/O
U/G
H/G
W/H
W/G
W/H
G/X
O/G
U/G
G/W
U/G
X/O
G/O
G/W
G/H
H/W
W/G
W/H
G/W
W/G
W/G
H/G
G/W
O/G
G/O
G/O
G/O
U/G
U/G
W/G
W/G
U/G
U/G
G/W
H/G
G/H
U/G
G/W

Ogr
2
5
10
1
3
2
1
2
6
-.
7
1
28
1
3
4
10
10
10
13
3
1
2
1
1
2
1
9
2
1
18
15
2
37
7
1

Top
3
1
65
1
8
3
1
5
2
4
34
-

Ml

3
-

21
5
140
4
6
1
3
1
2
5
1
7
4
37
3
2
140
55
66

-

246

M2

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-

1
5

2

-

-

1
-

1
1

-

1

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3
3
1

8
1
1
-42

3
3
2

3
2

54
1
1

1
16
-

2
9
-

5
1
7

6
-

2
2

1

1

-

M4

MS

1

-

1
-

6
-

1

-

1

-

5
1
1


Art
B. bimaculata
B. temerata
C. pusaria
C. exanthemata
P. dolabraria
C. margaritata
S. bilunaria
S. tetralunaria
A. syringaria
G. bidentata
C. pennaria
C. elinguaria
A. prunaria
0. sambucaria
E. repandaria
C. advenaria
M. notata
M. altemaria
M. signaria
M. liturata
C. clathrata
I. fulvaria
E. aurantiaria
E. marginaria
L. hirtaria
B. strataria _
B. betularia
P. rhomboidaria
P. secundaria
D. ribeata
A. repandata
B. roboraria
S. punctinalis
E. bistortata
A. punctulata
E. atomaria
B. piniaria

ökotyp
W/G
W/G
G/W
U/G
G/W
W/G
W/G
W/G
G/W
G/W
G/W
G/W
G/W
W/G
G/H
W/H
W/G
W/G
W/G
W/G
O/G
G/H
W/G
W/G
W/G
G/W
W/G
W/G
W/G
W/G
W/G
W/G
W/G
U/W
W/H
0/G
W/G

2
23
3
1
8
1
6
1
32
5
7
21
4
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51
1
5
2
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.
2
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3
1

Top
5
.
55
8
1
3
2
2
1
8
1
1
.
7
66
4
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1
1
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1
5
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10
-

247

Ml

M2

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M5

-

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2

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.
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1

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.
2

-

-

-

-

-

-

1
1

-

1
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1
2
18
1
-

2

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3
-

3
2
1
.
2
8
1
-

_

_

31
-

1
-

1
-

7
-

_

_

1
.
1
2
3
1

-

-

3
1
1
1

4
[1]
-

2
-


Kurzbeitrag zur Systematik der Gattung
Autographa HÜBNER, [1821]
(Lepidoptera, Noctuidae)
Axel Hausmann
Einleitung
Im Jahr 1992 wurden von G. SCHADEWALD die Arten Autographa voelkeri und
Autographa messmeri als in Mitteleuropa vorkommende Zwillingsarten zu Autographa
gamma (LINNAEUS, 1758) beschrieben.

Nach SCHADEWALD (I.e.: 580) ist A. voelkeri eine in Mitteleuropa bodenständige
Noctuide, während er davon ausgeht, daß die beiden anderen "Arten" Wanderfalter sind.
Aus einer größeren, aus Jahresföngen von 5 Malaisefallen stammenden Stichprobe
• (vgl. HAUSMANN, 1993: 235) wurden repräsentative Mengen von Männchen und Weibchen
(n=75) einer Genitalpräparation unterzogen, um Artzugehörigkeit und Habitatbindung der
Vertreter dieser Verwandtschaftsgruppe näher zu untersuchen.
Ergebnisse
Die untersuchten männlichen und weiblichen Genitalien ergaben im Gegensatz zu den
Charakterisierungen in SCHADEWALD (I.e.) und EITSCHBERGER (1992) keine Hinweise auf
zwei oder drei verschiedene Arten. Wohl konnte eine beachtliche Variabilität bezüglich
der Form von Comutus, Valven und Clasper sowie der Form der Bursa Copulatrix bzw.
des Ductus Bursae gefunden werden, die genannten Strukturmerkmale variieren jedoch
innerhalb der vom Autor untersuchten Ausbeuten mit fließenden Übergängen.
Status und Artdiagnose der beiden von SCHADEWALD beschriebenen Taxa sollten von
Spezialisten eingehender auf ihre Gültigkeit hin untersucht werden.
Literatur
EITSCHBERGER, U. - 1992. Autographa messmeri Schadewald, 1992 und Autographa voelkeri
Schadewald, 1992 - Anmerkungen zur Verbreitung beider Arten (Lepidoptera, Noctuidae). Atalanta 23 (3/4): 581-587.
HAUSMANN, A - 1993. Zur Methodik des Großschmetterling-Fangs in Malaisefallen (Lepidoptera,
Macroheterocera). - Entomofauna 14 (12): 233-247.
SCHADEWALD, G. - 1992. Zwei neue Noktuidenarten: Autographa messmeri spec. nov. und A. voelkeri
spec. nov. (Lepidoptera, Noctuidae). - Atalanta 23 (3/4): 577-580.

Anschrift des Verfassers:
Dr. Axel HAUSMANN

Zoologische Staatssammlung
Münchhausenstr. 21
D-81247 München

248


Literaturbesprechung
STUART, C. und T.: Southern, Central and East African Mammals. A Photographic Guide. New Holland, London, 1992. 144 S.
Dieser kompakte Feldfuhrer im Taschenbuch-Format stellt die 152 häufigsten
Säugetiere Zentral-, Ost- und Südafrikas anhand gelungener Farbfotos dar. Es werden
nicht nur die spektakulären "Großtiere" abgebildet, sondern auch Fledermäuse,
HottentottenGoldmull, Spitzmäuse, Ratten, Mäuse, Sandgräber und Rennmäuse. Aber
auch verschiedene Ducker, Schleichkatzen und Gürteltier fehlen nicht. Der Laie findet sich
anhand der Schlüsselsymbole sehr schnell zurecht und kann anhand der
Verbreitungskarten seine Bestimmung überprüfen. Die kompakten Texte bieten
erstaunlich viel zusätzliche Information über Aussehen, Biologie und Verhalten.
Ein äußerst empfehlens- und preiswerter Reisebegleiter für den zoologisch nicht
vorgeschulten Afrikabesucher.
R. GERSTMEER

RIDGELY, R.S., GWYNNE, J.A. Jr.: A Guide to the Birds of Panama with Costa Rica, Nicaragua, and Honduras. - Princeton University Press, Oxford, 1989. 2. Aufl., 534 S.
Für den leidenschaftlichen Omithologen mag dieses Buch gerade noch als
"Feldfuhrer" durchgehen, ansonsten muß es eher als fundiertes, ausfuhrliches
Nachschlagewerk bezeichnet werden. Mehr als 1000 Arten werden beschrieben, mit
ähnlichen Arten verglichen, ergänzt durch Angaben über Verbreitung und Habitat (inkl.
Stimme). Auf 48 Farbtafeln (40 für Panama, 8 für Costa Rica, Nicaragua und Honduras)
werden anhand fantastischer Zeichnungen etwa 850 Arten, z.T. in beiden Geschlechtem
abgebildet. Im Textteil sind die nicht farbig abgebildeten Arten durch SW-Zeichnungen
dargestellt. Besonders empfehlenswert ist das letzte Kapitel über die besten Plätze zur
Vogelbeobachtung. Hier werden sehr viele nützliche und praktische Tips (Straßen
beschreibungen, Unterkünfte, Adressen etc.) gegeben.
Eine empfehlenswerte Pflichtlektüre für jeden in Mittelamerika reisenden Naturliebhaber.
R. GERSTMEER

EVANS, G.O. (1992): Principles of Acarology. - CAB International, 563 S., zahlr. Abbildungen u. Fotografien.
Milben sind überall. Ob zu Land oder Wasser, als Räuber, Pflanzenfresser oder
Parasiten unterwegs, Milben eroberten im Laufe ihrer Evolution nahezu jeden nur
denkbaren Lebensraum, sogar des Menschen Haut als Krätzmilbe.
Das vorliegende Handbuch der Milbenkunde entstand aus einer Anzahl Vorlesungsskripte der letzten 25 Jahre an der Universität Nottingham. Die wichtigste Literatur
dieses Zeitraumes zur Morphologie, Funktionsmorphologie, Physiologie und Lebensweise
fand Eingang in das vorliegende Buch und ermöglichte dem Autor eine hervorragend
gelungene Synthese aus aktuellem Spezialwissen und didaktischer Eingängigkeit. Nach

249


kurzer Eingewöhnungszeit liest sich der englische Text relativ problemlos. Ganz besonders
gut gefallen hat mir das Kapitel zu den Sinnesorganen mit den ausgezeichneten
Zeichnungen und REM-Fotos. Das in 11 logisch aufgebaute Kapitel gepackte Wissen zu
den Milben wird durch ein zwölftes Kapitel zur Systematik der Acarina mit einem auch für
NichtSpezialisten nachvollziehbaren Bestimmungsschlüssel bis hinunter zur Familie
sinnvoll abgeschlossen. Dies kann nicht hoch genug bewertet werden, da zahlreiche
Autoren aktueller Handbücher zu den Arthropoda die Systematik für entbehrlich halten.
M.CARL

BÜTTKER, W., KRUPP, F. (ed) (1991): Fauna of Saudi Arabia Vol. 12. - Karger Libri, 419
S., zahlr. Grafiken, Zeichnungen, Fotos und Farbtafeln.
Drei Faunenregionen beeinflussen die Fauna der Arabischen Halbinsel. So verwundert es nicht, wenn diese Tatsache im Zusammenspiel mit dem keineswegs eintönigen,
sondern höchst vielfältig strukturierten Lebensraum "Wüste" zu einer unglaublichen
Entfaltung und Spezialisierung der dortigen Fauna geführt hat. War die Arabische
Halbinsel bis vor wenigen Jahren naturwissenschaftliche Terra incognita, so hat sich dies
gründlich geändert. Selten wuchs das Wissen um ein Gebiet dieser Erde schneller als hier.
Maßgeblich daran beteiligt sind die Beiträge zur Zoologie in der nun als 12. Band
vorliegenden "Fauna of Saudi Arabia". Ganz besonders ausführlich fand diesmal mit einem
umfangreichen Artikel eine marine Gruppe Beachtung: Die Korallen, welche begünstigt
durch warmes Wasser besonders im Roten Meer ausgedehnte Riffe gebildet haben.
Zahlreiche Artikel zu den Arthropoden (insbesondere Insekten) sowie Mollusken, Fischen,
Reptilien und Säugetieren vervollständigen diesen auf hochwertigem Papier gedruckten
Band.
M. CARL

FOELIX, R.F.: Biologie der Spinnen. - Georg Thieme Verlag, Stuttgart-New York, 1992. 2.
Aufl., 331 S.
Trotz Taschenbuch-Formates wird in perfekter Weise die "Biologie der Spinnen"
lehrbuchartig in 10 Kapitel abgehandelt, so daß keinerlei Wünsche mehr offen bleiben.
Nach einem systemati sehen Überblick werden Funktionelle Anatomie, Stoffwechsel,
Neurobiologie, Spinnennetze, Lokomotion und Beutefang, Fortpflanzung, Entwicklung,
Ökologie sowie Stammesgeschichte und Systematik dargelegt. Der klare Aufbau wird in
dem fachlich einwandfreien Text fortgeführt: Biologische Gesichtspunkte stehen durch die
gelungene Verknüpfung von Struktur und Funktion im Zentrum und werden durch
zahlreiche Beispiele belegt. Die überaus üppige Ausstattung mit hervorragenden Grafiken
und SWFotos (inkl. EM, REM) macht dieses Buch zu einem Lesegenuß, der bestens
geeignet ist, das wohlverdiente Interesse an dieser oft vernachlässigten Tiergruppe zu fördern.
Eine musterhafte, fast "monographische" Darstellung.
R. GERSTMEER

250


CUBITT, G., WHITTEN, T. U. J.: Wild Indonesia. The wildlife and scenery of the Indonesian
archipelago. - New Holland, London,
1992. 208 S.
"Wild Indonesia" ist nach "Wild India" und "Wild Malaysia" der dritte, großformatige Bildband des international bekannten Fotografen Gerald CUBITT über die
Naturschönheiten - Landschaften, Pflanzen und Tiere - Asiens. In den gewohnt
fantastischen Bildern werden die wichtigsten Nationalparks Sumatras bis Irian Jayas vorgestellt. Dieser Bildband ist eine wahre Fundgrube für erstklassige Aufnahmen von
seltenen Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien, Insekten und Pflanzen dieses
tropischen Archipels, der sowohl von der orientalischen als auch der australischen Region
geprägt wird. Sehr von Vorteil sind auch die Landkartenausschnitte, so daß man nicht
ständig einen Atlas neben sich braucht. Besonders lobenswert ist nun die - für diese Reihe
- erstmalige Auflistung der weiterführenden Literatur, die Titel über allgemeines Reisen
und Ökologie sowie die Bestimmungsliteratur zu den entsprechenden Tier- und
Pflanzengruppen auflistet.
Rundum ein empfehlens- und preiswerter Bildband, von dem man sich bald eine
deutschsprachige Ausgabe wünschen würde.
R. GERSTMEER

REMMERT, H.: Ökologie. Ein Lehrbuch. - Springer Verlag, Berlin, 1992. 363 S., 5. Aufl.
Dieses klassische Lehrbuch der Ökologie erfreut sich seit seiner 1. Auflage (1978)
zunehmender Beliebtheit, was auch durch Übersetzungen ins Englische, Portugiesische,
Polnische und Spanische dokumentiert wird. Dies liegt zum einen Teil am Talent des
Autors, ökologische Tatsachen aufgrund relativ weniger Grundphänomene heraus zu
entwickeln; zum anderen, an der klassischen Stoffgliederung in Autökologie,
Populationsökologie und Ökosysteme. Die Beispiele (und Fallstudien) sind gut gewählt
und beschränken sich nicht nur auf Europa; zahlreiche Grafiken und Schwarz-Weiß-Fotos
illustrieren den Text. Eine klare Sprache, wenig Mathematik und das Bemühen,
funktionale Zusammenhänge in den Vordergrund zu stellen, garantieren den Erfolg dieses
Lehrbuches.
Eine empfehlenswerte Lektüre für alle ökologisch Interessierten.
R. GERSTMEER

CZMAK, G. et al. (Hrsg.): Biologie. Ein Lehrbuch. - SpringerVerlag, Berlin, 1992. 995 S.,
5. Aufl.
Der Erfolg dieses Lehrbuches der gesamten Biologie liegt an der umfassenden und
anschaulichen Darstellung des Grundlagenwissens für das Studium dieses Faches an
Hochschulen. Infolge seiner Breite und Übersichtlichkeit ist es eines der wenigen Werke,
die in der Lage sind, fächerübergreifend Zusammenhänge darzustellen. Den gesamten
Themenkreis hier vorzustellen ist unmöglich, benötigt ja schon das Inhaltsverzeichnis des
Buches dazu über 16 Seiten. Die Schwerpunktskapitel beginnen mit "Bau und Leistungen

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Dieser Atlas ist eine unerschöpfliche Quelle für alle, die in irgendeiner Weise ökologisch
mit Afrika zu tun haben.
R. GERSTMEIER

REMMERT, H.: Ökologie. Ein Lehrbuch. - Springer Verlag, Berlin, 1992. 363 S., 5. Aufl.
Dieses klassische Lehrbuch der Ökologie erfreut sich seit seiner 1. Auflage (1978)
zunehmender Beliebtheit, was auch durch Obersetzungen ins Englische, Portugiesische,
Pohlische und Spanische dokumentiert wird. Dies liegt zum einen Teil am Talent des
Autors, ökologische Tatsachen aufgrund relativ weniger Grundphänomene heraus zu
entwickeln; zum anderen, an der klassischen Stoffgliederung in Autökologie,
Populationsökologie und Ökosysteme. Die Beispiele (und Fallstudien) sind gut gewählt
und beschränken sich nicht nur auf Europa; zahlreiche Grafiken und Schwarz-Weiß-Fotos
illustrieren den Text. Eine klare Sprache, wenig Mathematik und das Bemühen,
funktionale Zusammenhänge in den Vordergrund zu stellen, garantieren den Erfolg dieses
Lehrbuches.
Eine empfehlenswerte Lektüre für alle ökologisch Interessierten.
R. GERSTMEIER

CZIHAK, G. et al. (Hrsg.): Biologie. Ein Lehrbuch. - SpringerVerlag, Berlin, 1992. 995 S.,
5. Aufl.
Der Erfolg dieses Lehrbuches der gesamten Biologie liegt an der umfassenden und
anschaulichen Darstellung des Grundlagenwissens für das Studium dieses Faches an
Hochschulen. Infolge seiner Breite und Übersichtlichkeit ist es eines der wenigen Werke,
die in der Lage sind, fächerübergreifend Zusammenhänge darzustellen. Den gesamten
Themenkreis hier vorzustellen ist unmöglich, benötigt ja schon das Inhaltsverzeichnis des
Buches dazu über 16 Seiten. Die Schwerpunktskapitel beginnen mit "Bau und Leistungen
der Zellen" und fuhren über "Struktur und Funktionen der Organismen" zu den
"Organismen in ihrer Umwelt und in Populationen", sprich Ökologie, Biogeographie und
Evolution. Auch ein Kapitel über "Grundlagen, Ziele und Methoden der biologischen
Systematik" fehlt nicht, wenngleich dieses sehr stark komprimiert ist. Zahlreiche, z.T.
zweifarbige Abbildungen und Grafiken illustrieren die im Text erwähnten Beispiele und
Fakten, so daß dieses Buch uneingeschränkt für das gesamte Biologiestudium - in all
seiner Breite - empfohlen werden kann.
R. GERSTMEIER

Druck, Eigentümer, Herausgeber, Verleger und für den Inhalt verantwortlich: Maximilian Schwarz,
Konsulent für Wissenschaft der O.Ö. Landesregierung, Eibenweg 6, A - 4052 Ansfelden.
Redaktion: Erich Diller, Münchhausenstraße 21, D - 81247 München 60.
Max Kühbandner, Marsstraße 8, D - 8011 Aschheim.
Wolfgang Schacht, Scherrerstraße 8, D - 8081 Schöngeising.
Erika Scharnhop, Werner - Friedmann - Bogen 10, D - 8000 München 40
Thomas Witt, Tengstraße 33, D - München 40.
Postadresse: Entomofauna, Münchhausenstraße 2 1 , D - 8000 München 60.

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