Tải bản đầy đủ

Spixiana 2000

SPIXIANA
Zeitschrift für

SPIXIANA



Band 23



Heft 1



1-96



Zoologie


München,

Ol.

März 2000



ISSN

0341-8391


SPIXIAHA
ZEITSCHRIFT FÜR ZOOLOGIE
herausgegeben von der

ZOOLOGISCHEN STAATSSAMMLUNG MÜNCHEN
SPIXIANA
in

bringt Originalarbeiten

aus

dem Gesamtgebiet

der Zoologischen Systematik mit Schwerpunkten

Morphologie, Phylogenie, Tiergeographie und Ökologie. Manuskripte werden

in

Deutsch, Englisch oder

Französisch angenommen. Pro Jahr erscheint ein Band zu drei Heften.

Umfangreiche Beiträge können

in



Supplementbänden herausgegeben werden.

SPIXIANA publishes original papers on Zoological Systematics, with emphasis on Morphology, Phylogeny,
Zoogeography and Ecology. Manuscripts will be accepted in German, English or French. A volume of three
issues will be published annually. Extensive contributions may be edited in Supplement volumes.
Redaktion - Editor-in-chief

Schriftleitung

Redaktionsbeirat

M. Baehr

G. Haszprunar

E.-G. Burmeister

A.

J. Diller

R. Kraft

F.

- Managing

Editor

M. Baehr

G. Haszprunar

-

Editorial

M. Schrödl

Reichholf

J.

Hausmann

board

B. Ruthensteiner

A.

K. Schönitzer

L.

Segerer
Tiefenbacher

Glaw
Manuscripts, galley proofs, commentaries and

Manuskripte, Korrekturen und Besprechungsexemplare sind zu

senden an

review copies of books should be addressed to

die

This Journal

is fully

refereed by external reviewers.

Redaktion SPIXIANA

ZOOLOGISCHE STAATSSAMMLUNG MÜNCHEN
Münchhausenstraße 21, D-81247 München
Tel. (089) 8107-0 - Fax (089) 8107-300

Die Deutsche Bibliothek

CIP-Einheitsaufnahme

-

Spixiana Zeitschrift für Zoologie / hrsg. von der
Zoologischen Staatssammlung München. - München
:

:

Pfeil.

von der Zoologischen
Staatssammlung, München. - Aufnahme nach Bd. 16, H. 1 (1993)
ISSN 0341-8391
Erscheint jährlich dreimal.

-

Früher

verl.

Bd. 16, H. 1 (1993)Verl. -Wechsel-Anzeige

Copyright
Alle

No

reproduced, stored in a retrieval System, or transmitted in any form or by any
photocopying or otherwise, without the prior permission of the Copyright owner.
such permission, with a Statement of the purpose and extent of the reproduction, should be

part of this publication

means,

© 2000 by Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München
Rechte vorbehalten - All rights reserved.

may be

electronic, mechanical,

Applications for

addressed

to the Publlsher, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, P.O.

Box 65 00

86,

D-81214 München, Germany.

ISSN 0341-8391
Printed

- Gedruckt auf

Verlag Dr. Friedrich
Tel. (089)

Pfeil,

742827-0 - Fax

P.O.
(089)

in

chlorfrei

Germany
gebleichtem Papier -

Box 65 00
7242772 -

86,

E-Mail:

D-81214 München, Germany
100417.1722@compuserve.com


MCZ
SPIXIANA

München,

1-14

23

Ol.

ISSN 0341-8391

März 2000

UaK

1 ^ ZQüü

Trogulus falcipenis, spec. nov., ein neuer Brettkankef'

dem

aus den Alpen und

Dinarischen Gebirge

(Arachnida, Opiliones, Trogulidae)

Christian

Komposch

Komposch, C. (2000): Trogulus falcipienis, spec. nov., a new trogulid from the Alps
and the Dinaric Alps (Arachnida, Opiliones, Trogulidae). - Spixiana 23/1: 1-14
Trogulus falcipenis, spec. nov., the smallest hitherto

known

species of the genus,

body size (S< 4.7/
dark-brown chelicerae and in males, by the
Short penis (< 1.25 mm), the rod-shaped truncus and the sickle-shaped Stylus.
Further morphological differences compared to Trogulus tricarinatus (Linnaeus,
1767) and data on the variability of both species are given. Trogulus tricarintus hirtus
Dahl, 1903 is closely related to T. falcipenis, spec. nov., but is distinguishable by long,
vertical-standing hairs an the legs. T. falcipenis, spec. nov. is known from Austria
(Carinthia), Slovenia, Croatia, Yugoslavia (Montenegro, Serbia) and Albania. Particularly in the northern part of its distribution the species inhabits the litter mainly
of beech- and mixed forests and seems to occur mainly in the higher montane-zone.
The associated harvestmen-fauna is listed and the endangered Status of the species
described. This trogulid

is

9<

is

5.3

mm),

is

characterized by

its

small

large interocular distance,

discussed.

Mag. Christian Komposch, Ökoteam - Institut
Bergmanngasse 22, A-8010 Graz, Austria.
E-mail: oekoteam@sime.com

für Faunistik

und

Tierökologie,

Einleitung

und ihres Erdmantels an Körper und
Laufbeinen merkmalsarme Weberknechte. Die Bedeutung des männlichen Genitalapparates wurde
erst in den letzten Jahrzehnten erkannt; darauf aufbauende Revisionen und Neubeschreibungen
lieferten erstmals verläßliche taxonomische Grundlagen. In der Folge wurden in den letzten Jahren aus
keiner anderen Weberknechtfamilie so viele neue (mittel)europäische Arten beschrieben wie Brettkanker (Avram 1971, Martens 1978, Chemini 1983, Chemini & Martens 1988, Martens & Chemini 1988).
Dadurch bedingt sind ältere faunistische Angaben zu mittel- und südeuropäischen Troguliden ohne
Revision des Materials oftmals schwer interpretierbar; die tatsächliche Verbreitung einzelner Arten ist
revisionsbedürftig bzw. ungenügend bekannt (vergl. Chemini 1984, Weiss et al. 1999). Aufgrund der
erwähnten äußeren Merkmalsarmut sowie in vielen Fällen sehr diffizilen Unterschieden zwischen nah
verwandten Arten gelten die Vertreter der Gattung Trogulus Latreille, 1802 auch heute noch als

Brettkaiiker sind aufgrund ihrer gleichförmigen Körpergestalt

und taxonomisch unzureichend geklärte Gruppe.
Die hier beschriebene Art ist vor allem aufgrund üirer geringen Körpergröße und Ausdifferenzierung des Penis gut charakterisiert und von allen übrigen Arten der Gattung abgrenzbar. Die Zahl der
bisher bekannten validen mitteleuropäischen Trogulus- Arien erhöht sich damit auf neun (T. falcipenis,
außerordentlich schwierige

spec. nov; T. tricarinatus (Linnaeus, 1767); T. nepaeformis (Scopoli, 1763); T. closanicus
r. oltenicus

Avram,

1971; T. cisalpinus

Chemini

& Martens,

Avram,

1971;

1988; T. martensi Chemini, 1983; T. tingiformis


C. L. Koch, 1848; T. coriziformis C. L. Koch, 1839). Die Frage nach
allerdings

noch nicht endgültig geklärt

(vergl.

Material

Weiss

dem

Artstatus

von

T. oltenicus ist

1978).

und Methoden

anders vermerkt, wurden die Tiere mittels Bodensieb bzw. durch Handfang vom Verfasser gesamSammlung des Verfassers am Institut für Faunistik und Tierökologie, Graz. Das vermessene und gezeichnete Twgulus tricarinatus-Material stammt aus Deutschland (SachsenAnhalt), Österreich (Kärnten, Steiermark, Burgenland, Niederösterreich, Vorarlberg), Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien (Montenegro, Serbien) und Mazedonien (unpublizierte Funddaten,

Falls nicht

melt. Die Belegexemplare befinden sich in der

Karaman bzw. Ch. Komposch). Fundortbezeichnimgen sind folgenden Kartengrundlagen entnommen:
und Vermessungswesen, Wien), Der große Atlas Slowenien 1:50000 (Ljubljana, 2. Auflage, 1992), Kroatien 1:250000 (freytag & bemdt), Jugoslawien - Makedonien
Coli.

1.

Österreichische Karten 1:50000 (Bundesamt für Eich-

1:300000 (RV Verlag), Albaiüen 1:400000 (Ravenstein).
Meßstrecken: Der Meßwert für die Körperbreite wird an der breitesten Stelle des Opisthosoma knapp hinter der
Körpermitte ermittelt. Die Länge der Kopfkappe wird vom Vorderrand der Augen gemessen. LB Il-Länge
versteht sich als Summe der Längen der Einzelglieder ohne Tarsalkralle.

Abkürzungen
B:


Abb.

1.

Trogullis falcipenis, spec. nov.,

S

(A: Kärnten, Koschuta).

Habitus Dorsalansicht.

Niedriger Augenhügel, median leicht gefurcht; große Augendistanz (Tab.

1);

Augendurclimesser

ca.

65 ^m.

Körpermaße

(Tab.

1).

6

kleiner

und schmäler

als 2.

Cheliceren. Gattungstypisch ausdifferenziert, auffallend dunkelbraun-braunschwarz gefärbt (bei

altem Alkoholmaterial ausgebleicht), Grundglied prolateral hellbraun bis gelblich- weiß.
Pedipalpen. Blaß gelblichbraun, selten dunkelbraun gefärbt; Trochanter

und Femur meist etwas

dunkler, prolateral heller.

Laufbeine. Alle Glieder bis auf Calcaneus

der Tuberkel kurz

und schräg abwärts

und Tarsus

dicht mit Tuberkeln besetzt, Borstenhaare

gerichtet; ausgeprägter Erdmantel; Tarsal-Gliederung der

LB

mit einseitig unvollständig ausgebildeter Segmentierung eines Tarsus); Tarsus II
hellbraun bis schwarz gefärbt, mit sehr zarter, graziler Kralle (Abb. 4); Tarsus I, III, IV mit großer Kralle.
Laufbein-Längen (Tab. 2). 6 trotz geringerer KL ähnliche LB-L I-IV wie 9; 6 etwas höherer
I-FV: 2-2-3-3 (selten

Längenverhältnis-Wert von Grundglied zu Endglied des LB II-Tarsus

als 9.


Abb.

2-3.

nov.,

c5

Abb.

4.

Habitus: Kopfkappe

(SLO: Krn).

Troguhis

und Prosoma

3. Trogiihis tricarinatiis

falcipenis, spec. nov.,

3

dorsal,

von ErdiiTkrustierung

(Linnaeus, 1767), 6 (SLO: Breg,

(A: Kärnten, Koschuta). Tarsus

II

befreit. 2.

Twgulus

falcipenis, spec.

NW Ribnica).

links, prolateral.

von Troguhis tricarinatiis (Linnaeus, 1767). Als Ergänzung zu den eigenen Messungen wird
im folgenden ein Vergleich mit Literaturdaten vorgenommen: Die von Weiss (1978) für T. tricarinatiis
aus Siebenbürgen beschriebene Variabilität der Körperlänge liegt im Mittel für 66 199 bei 4,85/
5,60 mm; Min /Max-Werte: 4,56/5,13-5,13/5,81 mm. Die von Weiss angegebenen Meßwerte bezüglich
der AugendistaiTz weichen von den eigenen deutlich ab. Messungen der KL, KB, LB-Längen und PenisVariabilität


m
M

W--:M

Abb.
(6).

5-7. Penis. 5-6.

7.

Trogidus

Trogidus faJcipenis, spec. nov., 6, Holotypus (A: Kärnten, Koschuta); ventral

tricariiiatiis

(Linnaeus, 1767), 6 (A: Kärnten, Eisgraben E

St. Veit);

(5),

dorsolateral

ventral.

T. tricarinatus bei Avram (1971) und Starega (1976) fügen sich gut in dieses Bild. Deutlich größere
müssen Silhavy (1956) vorgelegen haben: er nennt Körperlängen für S6 von 5,4-6,0 mm; ob sich
die ?? mit einer KL von 7,0-8,0 mm wirklich auf T. tricarinatus beziehen, bleibt fraglich. Martens (1978)
führt für T. tricarinatus 6 einen Maximalwert der Körperlänge von 6,5 mm an; besonderes Augenmerk
verdient der Hinweis auf extrem kleine nordgriechische (Chalkidike) T. tricarinatus 66 von 4,4-4,9 mm
KL, wobei die Artzugehörigkeit fraglich ist. Das Längenverhältnis Ta-Grundglied zu Ta-Endglied des
LB II beträgt für die dem Verfasser vorliegenden T. tricarinatus 66 1,73-2,26 (M = 1,75), für 92 1,55-2,42
(M = l,75).

L von
Tiere

Genitalmorphologie (Tab. 3, Abb. 5-6, 8-9, 12-14). 6: Truncus penis kurz, schlank und +/- parallelrandig (in der Mitte undeutlich verbreitert), stabartig geformt (Tiefe des Penis nur etwas geringer als die
Breite an der schmälsten Stelle nahe der Basis) mit dorsaler und ventraler Längsrinne, basal leicht
verengt, Basis mit fliei?endem Übergang zwischen skierotisiertem und häutigem Bereich; Truncus
dorsal braun erscheinend, ventral weißlich mit braunen Rändern; Glans mit einzelnen Sinnesborsten
besetzt, Stylus skierotisiert und sichelförmig, von ventral stark nach rechts gebogen. - 9: Ovipositor
ähnlich T. tricarinatus. Receptacula seminis: jederseits relativ große, vierlappige (je zwei große Säcke),
+/- tropfenförmig-längsovale Rezeptakeln (Abb. 13-14).

Etymologie. Die Benennung der Art erfolgt nach der charakteristisch sichelförmig gebogenen Glans penis
- Sichel). Als deutscher Name wird Zwergbrettkanker vorgeschlagen.

falx

(lat.


Fundorte
Österreich (A): Kärnten: Koschuta [Locus typicus], Karawanken, S Zell-Pfarre, E Koschutahaus, 46°27'01"N,
14°23'40"E, 1320-1380 m, tiefgründige Laubstreu eines Rotbuchen-(Fichten, Lärchen)

OK

Hangwaldes

in Steillage,

Koschutahaus und Grosalm, 1370-1410 m, tiefgründige Laubstreuansammlungen eines Rotbuchen (Krüppelbuchen )-Hangwaldes in W-Exposition, 04.07.1995 (PI), BS 16; ibidem,
30.07.1999, BS 5??; ibidem, 06.09.1999, BS 266, 19.
Slowenien (SLO): Vrsic, Julische Alpen, V. Mojstrovka E, N Trenta, SSW Kranjska Gora, SSE Ticarjev dom
(Paßübergang), 46°25'N, 13°4'E, 1600 m, dünne Laubstreu in Rotbuchenwald nahe der Waldgrenze, S bzw. SW
27.07.1993 (P6),

BS

16;

Exposition, 07.08.1993 (PI),

212; ibidem, zw.

BS

19; Kobariski Stol Ostseite,

NW M. vrh, Julische Alpen, SSW Zaga, SW Srpenica,

Tab. 1. Morphometrische Daten von Trogulus falcipenis, spec. nov. und T. tricarinatus (Linnaeus, 1767): Körperlängen (KL), -breiten (KB), Augendistanz, Kopfkappen-Länge und Schulterbreite (B-Schulter) (Abmessungen
des Holotypus, Mittelwerte, Minimum- und Maximumwerte).


Abb.

8-11.

Glans penis. 8-9. Twgulus falcipenis, spec. nov., 6, Holotypus (A: Kärnten, Koschuta); ventral (8),
Twgulus tricarinatus (Linnaeus, 1767), 6 (A: Kärnten, Eisgraben E St. Veit); ventral (10), lateral

lateral (9). 10-11.
(11).

Abb.

12.

Twgulus falcipenis, spec. nov.,

6.

Truncus perüs, Schema (Anschnitt in Penismitte), dorsal.

SW Bovec, Na verilih, S PI. pri Starih Hramih, 46°17'(16')N,

13°28'E, 1300-1480 m, Streuschicht eines Rotbuchenwaldes in Nord-Exposition, 01.08.1993 (P2), BS IcJ; Krn Südseite, Julische Alpen, N PI. Zaslap, ENE Kobarid,
Tolmin, 1km S/SSW Gipfel, S Gomisckovo zavetisce, neben Wanderweg, 46°15'N, 13°39'E, 1700-1800 m,

NNW

subalpinen Rasen, 03.08.1993 (P2), HF 1$; Soca-Tal, SE Kamno, 1,5 km SE Ortschaft,
13°39'E, 200 m, feuchte Streuschicht eines Laubmischwaldrandes (Rotbuchen, Hainbuchen), nahe Straße, 31.07.1998, BS IcJ, L. Slana & T. Novak leg.; Matajurski vrh Südseite, Julische
Alpen, E Tolmin, NNE Koritnica, N Rut, NNE Grant, NE Rutarski Gozo, 46°13'N, 13°52'E, 950-1150 m, tiefgrün-

unter Stein

am Wegrand

in

NW Tolmin, Julische Alpen, 46°13'N,

W

BS Id, (IJuv?); Nanos,
E Lozice, 45°46'N, 14°03'E, 25.06.-04.07.? (Nr. 894), U, Ganglbauer leg.; Goteniska Gora,
Medvedjek,
Gotenica,
Kocevja, E Forsthaus Zaga, 45°37'N, 14°42'E, 950 m, tiefgründige Streuschicht am
Grund einer Doline (Durchmesser 10 m) eines Rotbuchenwaldes, 10.10.1993 (P2), BS US, 2 Juv.
Kroatien (HR): Cres (Insel), "nord v nond", 44°58'N, 14°24'E, -200-300 m, Streuschicht unter alten Eichen,
29.10.1980, 1(5, C. Deeleman leg.; Boven Jablanac, Velebit, SE Rab, S Starigrad, ~44°43'N, 14°54'E, 400 m,
18.10.1980, ?, \S, C. Deeleman leg.; Imotski - Zagvozd, Paßstraße zwischen beiden Ortschaften, ESE Split,
~43°26'N, 17°08'E, "Pinus niger", 22.10.1980, 16, C. Deeleman leg.
Uzice, 43°52'-44°02'N,
Jugoslawien (YU): Serbien: Tara Mt., Mitrovac, zw. Bajina Basta und Kremna,
19°15'-19'E, 1300 m, 25.08.1982, 19, I. Karaman leg. (Nr. 255); Montenegro: Sustak, oberhalb Bar, MontenegroS, Küste, SSW Podgorica, ~42°05'N, 19°07'E, +/- 300 m, Quewus, Carpinus, 14.04.1981, IcJ, 19, C. Deeleman leg.;
dige Fallaubschichten eines Rotbuchen-(Ahorn, Fichten) Waldes, 25.08.1995 (P2),
Postojna, Rebmice,

W

W

NW


100

Abb.

ym

13-16. Receptacula seminis. 13-14. Trogulus falcipenis, spec. nov., ? (A: Kärnten, Koschuta). 15-16. Troguhis

tricarinahis (Linnaeus, 1767), 9 (A: Steiermark,

Ulcinj,

S-Montenegro,

SW

Mölten

NE

Graz).

Shkoder, 41°56'N, 19°13'E, 02.09.1957 (Nr. 283), IS, H. Schweiger leg.
?, N- Albanien, NNE Shkoder, 42°35'N, 19°42'E, 17.06.1914, BS 266, 19,

Albanien (AL): Vermosa = Vermosh
Denther leg.

Zwei

fragliche

Gasturi (Beier

Weibchenfunde von Trogulus
leg.,

sp.

nahe

falcipenis liegen

von Nemila

(Reitter leg.)

und Korfu,

02.04.1929) vor.

Verbreitung. Trogulus falcipenis, spec. nov. (Abb. 17) ist im westlichen Slowenien weiter verbreitet, die
stärkste Häufung von Funden liegt in den Julischen Alpen. In Südkärnten dürfte mit den Karawanken
die nördliche Arealgrenze erreicht werden.

Vorkommen

in Norditalien

Aufgrund der vorliegenden grenznahen Lokalitäten

zu erwarten; gleiches

gilt für

ist

ein

Bosnien-Herzegowina. Die bisherigen Funde

zeigen eine weite Verbreitung im Dinarischen Gebirge, die südlichsten Nachweise stammen von der
montenegrinischen Küste und aus Nord-Albanien.
Verbreitungstyp: südost-alpin-dinarisch.

m

Vertikalverbreitung: Zahlreiche Funde von T. falcipenis zwischen 950 und ca. 1600
deuten auf
einen Schwerpunkt der Vertikalverbreitung in der oberen Montanstufe hin; die mittlere Seehöhe liegt
sowohl in Bezug auf die Anzahl der Serien als auch Individuen bei 1100 m. Der bislang niedrigste

Fundort

liegt

im Soca-Tal SE Kamno, der höchste am slowenischen Krn zwischen 1700 und 1800 m.

Ökologie und Biologie
Teil des Areals ein Bewohner
und Buchenmischwäldern; neben
Hochwaldhabitaten werden an der Waldgrenze auch Krüppelbuchenbestände besiedelt. Davon abweichend gelangen Funde in der Streuschicht eines coUinen Buchen-Hainbuchenbestandes (SLO: Soca-

Trogulus falcipenis

ist

nach bisheriger Kenntnis zumindest im nördlichen

der mehr oder weniger tiefgründigen Streuschicht von Rotbuchen-

einem Eichen-Hainbuchenbestand (YU: Montenegro) bzw.
Rasen (SLO: Krn) unter einem Stein. Die vorliegenden Daten
Tal),

südlicheren Breiten sind bruchstückhaft.

in

einem strukturreichen subalpinen
ökologischen Verhalten in den

zum


Die Art wurde bislang v. a. in Einzelindividuen gesammelt. Vorzugshabitat zumindest am nördRand des Areals (A: Kärnten, Koschuta) scheinen tiefgründige und feuchte Laubstreuansammlungen zwischen Totholz-, Felselementen tmd Wurzeln in Krüppelbuchenbeständen zu sein {4:66,
6??). Zwei 66 tmd 2 Juv. (?) wurden in einer tiefgründigen Streuschicht am Grund einer Doline eines
südslowenischen Rotbuchenwaldes festgestellt (Gotensika Gora).
lichen

Phänologie: Adulte Tiere {6/ 9) liegen aus den Monaten April (1/1), Juni (2/1), Juli (4/5), August
September (3/1) und Oktober (4/1) vor, Jungtiere von Oktober (2) bzw. August (1), Artzugehö-

(3/2),

rigkeit hier fraglich.

anzunehmen. Sex

Entsprechend den Verhältnissen bei den übrigen Troguliden
1766: 11?$.

ist

Eurychronie

ratio:

Begleitfauna
österreichischen und mehreren slowenischen Lokalitäten ist die begleitende Weberknechtfauna bekannt (Tab. 4). In Summe konnten 24 Weberknechtarten in Syntopie mit T. falcipenis gefimden
worden, die drei Felsbewohner Gyas annidatus, Leiohumim roseiun und L. rupestre eingeschlossen. Mit
hoher Stetigkeit waren der Zwergweberknecht Siro duricorius, die Fadenkanker Nemastoma bidentatum
bidentatum und Parmiemastoma quadripiinctatinu, der Brettkanker Anelasmocephalus hadzii und der die
Bodenstreu besiedelnde Lophopnlio palpinalis vertreten. Sympatrie mit Trogidus nepaeformis bzw.
T. closanicus wurde in mehreren Fällen festgestellt, mit T. tricarinatus nur ein einziges Mal (SLO: Vrsic).

Von den

Tab. 4. Weberknecht-Begleitfauna von Trogidus falcipenis, spec. nov. (Fundorte in Österreich/ Kärnten und
Slowenien, die genaue Lage ist der Fundortliste zu entnehmen. Anzahl (c?/ $/Juv. bzw. Gesamtindividuenzahl
bei

S.

duricorius part.).

Arten
(Opiliones)

ü
'(C"

^

Nemastoma

triste (C. L.

Nemastoma

bid.

-rp

y,

cTi

>!>:

^

°

37

0/1/0

0/1/0

0/1/0

1/1/0

6/10/11

6/4/0

2/5/27

5/4/5

0/2/0

1/0/0

0/1/0
0/1/0

0/0/3

Anelasmocephalus hadzii Martens

0/1/0

Rilaena triangularis (Herbst)
Lophopilio palpinalis (Herbst)

Lacinius ephippiatus (C. L.Koch)

Mitopus morio (Fabricius)
Gyas annidatus (Oüvier)

Amilenus aurantiacus (Simon)
Astrobunus

helleri

0/1/0

(Äusserer)

Leiobunum roseum C. L.Koch

Leiobunnm rupestre (Herbst)

2/6/0

1/1/0
0/0/1

1/0/0

0/1/0

0/2/2

1/1/0

1/0/0

Trogulus sp. Juv.

Platybunus bucephalus (C. L.Koch)

0/1/0

0/1/0

1/0/0

Avram

hellwigi (Panzer)

0/0/1

1/2/0

1/0/0

Trogulus tricarinatus (Linne)

cf.

2/0/0

2/4/0
2/0/0

1/1/0

Dicranolasma scabrum (Herbst)

Ischyropsalis

430

2/2/3
0/0/4

Mitostoma chrysomelas (Hermann)

Trogidus closanicus

"^

c

1/1/0

Paranemastoma quadripunctatum (Perty)

Trogidus nepaeformis (Scopol!)

T-i

0/2/0

Nemastoma dentigerum Canestrini
Histricostoma dentipalpe (Äusserer)

2i

y, c6

0/0/1

Koch)
bid.

i^o
2/2/0

Roewer

Roewer
bidentatum <> sparsum

Nemastoma bidentatum

y,

34/26/0

Siro duricorius (Joseph)

Holoscotolemon unicolor


00

0/0/13

0/0/12

2/4/0

0/1/0
0/0/2

3/2/0

0/0/1

0/0/2

0/2/0

1/0/0

0/0/2

3/0/0


.

Abb.

17.

Fundlokalitäten

und

bisher bekannte Verbreitung

von Trognlus falcipenis,

spec. nov.

Differentialdiagnose
Trognlus falcipenis, spec. nov.

ist

von

T. tricarinatiis

erscheint die Unterscheidung zwischen

(Linnaeus, 1767) gut abgrenzbar (Tab. 5). Diffiziler
und T. tricarinatiis hirtns Dahl, 1903, zweier im

T. falcipenis

Habitus und der männlichen Genitalmorphologie ähnlicher Taxa. Die systematische Stellung der von
Dahl beschriebenen "behaarten" hirtus-¥orm erscheint bislang unzureichend geklärt. Dahl (1903)
beschreibt in einem einzigen Satz seine neue "Variation" hirta aufgrund der senkrecht abstehenden und
langen Behaarung auf Schenkeln und Schienen, wobei die meisten Haare mit ihren Tuberkeln länger
als der Durchmesser der Schienen sind. Roewer (1923: 641) führt T. tricarinatiis hirtus als Unterart neben
der Nominatform T. tricarinatus tricarinatiis; die Unterart hirtus wird im Bestimmungsschlüssel wiederum ausschließlich über das Merkmal Behaarung abgespalten: "Borstenhaare der Tuberkeln am ersten
bis vierten Femur und Tibia senkrecht abstehend und auf der ersten bis vierten Tibia größer als der

Tibien-Durchmesser"
Bestes Unterscheidungsmerkmal ist nach bisherigem Wissen neben der Behaarung die Ausdifferenzierung des Truncus penis: beträgt die minimale Breite des Penis in Ventralansicht an dessen Basis
bei T. falcipenis 70-98 }im, sind es bei T. tricarinatus hirtus lediglich 56-58 jim; der Wert für die PenisTiefe liegt bei T. falcipenis zwischen 65-74 }im, bei T. tricarinatus hirtus zwischen 74-84 jim.
Im folgenden soll die Abgrenzung von Trogulus falcipenis, spec. nov. zum habituell ähnlichen
T. tricarinatus (Linnaeus, 1767) in tabellarischer und grafischer Form gegeben werden (Tab. 5, Abb.
18-21).

10


Verwandtschaftliches Umfeld
Rezente Beschreibungen neuer Brettkanker aus der Trogulus nepaeformis-Gmppe basieren auf diffizilen
the Situation is complicated and far from being solved"
z.T. schwer abgrenzbaren Merkmalen: ".
(Chemini & Martens 1988: 80). Die Sichtung umfangreichen Materials von "Trogulus tricarinatus" läßt
auch bei diesen Brettkankern einen Artenkomplex vermuten. Neben dem von Martens (1978: 169, Abb.
273-274) abgebildeten T. tricarinatus-Fems fand sich auch die in Abbildung 7 und 10-11 widergegebe-

und

.

.

nen Form mit bauchigem Truncus und hakenförmigem Stylus. Auch auf die unklare Situation von
Trogulus cf. tricnrinatus in England (Martens 1988) sowie die parthenogenetischen Populationen in
weiten Bereichen Deutschlands sei an dieser Stelle hingewiesen. Eine umfassende Revision dieser
Artengruppe mit der Abbildung eines "echten" T. tricarinatus aus Dresden zur Festlegung der Identität
der Art scheint notwendig (J. Martens in litt.).
Demgegenüber ist T. falcipenis, spec. nov. unter anderem aufgrund der Körpergröße, Behaarung
und Genitalmorphologie von den bisher bekannten Arten der Gattung i. allg. klar zu unterscheiden

Ausnahme

der revisionsbedürftige T. tricarinatus hirtus Dahl,
um keine Unterart von T. tricarinatus,
sondern um eine selbständige Art aus dieser Verwandtschaftsgruppe. Voruntersuchungen zeigten eine
weitgehende Übereinstimmung im Bau von Glans und Stylus penis zwischen T. falcipenis und
T. tricarinatus hirtus, weshalb selbige nach bisherigem Wissen als Schwesterarten aufzufassen sind. Eine

Abb.

18-21). Einzige

(Tab.

5,

1903.

Nach Meinung des

dabei

ist

Verfassers handelt es sich hierbei

Wiederbeschreibung von T. tricarinatus hirtus ist geplant.
Hinsichtlich der Grundglied /Endglied-Proportionen des Ta II sollte Trogulus falcipenis in das
verwandtschaftliche Umfeld des größeren T. tricarinatus gestellt werden, weiters ist eine entfernte
Ähnlichkeit mit der hakenförmigen Glans penis des türkischen T. uncinatus (Gruber 1969) gegeben.
Allerdings nimmt T. falcipenis aufgrund des gattungsuntypischen, stabförmigen Truncus penis - der
Penis der übrigen Trogw/us-Arten ist stets deutlich dorsoventral abgeflacht - eine isolierte Stellung ein.
Folglich bleibt die Zugehörigkeit zur Gattung Trogulus vorerst fraglich.

Tab. 5. Abgrenzung von Trogulus falcipenis, spec. nov. zu
beziehen sich auf frisches Alkoholmaterial.

Merkmal
Körperlänge (cJ/9) (Tab.

nov.

T. falcipenis, spec.

1)

Körperbreite (6/9), (Tab.

1)

KL
KB

mm
< 1,75/2,01 mm
< 4,65 /5,22

dunkelbraun

Cheliceren-Färbung

T. tricarinatus

bis

braunschwarz

gelblichbraun

Pedipalpen-Färbung

(Linnaeus, 1767). Färbungsmerkmale

T. tricarinatus

KL > 4,5 /5,3 mm
KB >L75/2,0mm
hell,

gelblich-braun

hell,

schmutzig weiß bis gelblich-

hellbraun

Penis-Länge / Breite (Tab.

3)

Truncus penis

kurz

mm) /schmal (<110/(m)
mit dorsaler & ventraler

(< 1,24

stabförmig

Längsrinne (Abb.
Stylus penis

Receptacula seminis

5-6, 11)

lang (> 1,4 mm) /breit (>125/(m)
deutlich dorso-ventral abgeflacht

(Abb. 7)

gekrümmt

sichelförmig gebogen (Abb. 8-9);

Spitze leicht hakenförmig

stark skierotisiert

(Abb. 10-11); wenig skierotisiert

jederseits große, vierlappige, +/-

jederseits dreilappige, kugelige

tropfenförmig-längsovale Rezeptakeln

Rezeptakeln (Abb. 15-16)

(Abb. 13-14)

Augendistanz
in Bezug auf Körperlänge

groß (Abb. 2)

klein (Abb. 3)

Verbreitung

SE-Alpen und Dinarisches Gebirge

Europa

(Abb. 17)

revisionsbedürftig

Vertikalverbreitung

Schwerpunkt vermutlich zw. 950
und 1600m; 200-ca. 1700m

part.

(Martens 1978),

Schwerpunkt < 1000 m; 0- 2000 m

11


s

|l.6

18

5

4,5

5,5

Körpertänge (mm)

W
W

OT.

feicipenis

AT.

tricarinatus

A^
A A

2,2



&

1.8

19
Körpertänge (mm)

Abb. 18-19. Streudiagramm zur Körpergröße (Körperlänge/ Körperbreite) von
und T. tricarinatus (Linnaeus, 1767); Männchen (18), Weibchen (19).

• T.

Trogtiliis falcipenis, spec.

nov.

laicipenis

T. tricarinatus

A

0.9

1

1,1

1.2

1,3

1,4

1,5

1,6

1,7

1,8

1,9

Penis-Länge (mm)

Abb.

20.

Streudiagramm zu den Penis-Abmessungen (Penis-Länge /Penis-Breite Basis min.) von Trogulus falci-

penis, spec.

12

nov.

und

T. tricarinatus

(Linnaeus, 1767).


Penis-Länge
T. tricarinatus
T. faicipenis

1,80

1,60

1,40

1,20

1,00

0,80

Penis-Breite, Basis min.
T. tricarinatus

—•—

T. faicipenis

|

60

100

80

120

140

160

180

200

140

160

180

200

l|m

Penis-Breite, max.
T. tricarinatus
T. faicipenis

60

80

100

120

Körperiänge

• T. faicipenis M

3,50

Abb.

21.

4,00

4,50

5,50

5,00

Morphometrische Daten zur Differenzierung zwischen

W

OT.

faicipenis

AT.

tricarinatus

M

AT.

tricarinatus

W
6,50

6.00

Trogiihis faicipenis, spec. nov.

und

T. tricarinatus

(Linnaeus, 1767) (Körperlänge, Penis-Breite max., Penis-Breite Basis min., Penis-Länge): Mittelwerte (Dreiecke,
Kreise), Minimum- und Maximumwerte {6: n=14, 9: n=10).

Naturschutzfachliche Aspekte

Aufgrund ihrer geringen Vagilität und Stenotopie sind viele Brettkanker - und generell bodenbewohnende Weberknechte - ausgezeichnete Bioindikatoren für die Ursprünglichkeit bzw. anthropogene
Veränderung von Landschaftsteilen.
Der Erforschungsgrad der Weberknechtfauna Sloweniens und Kärntens kann - abgesehen von
Defiziten im Wissen um die Biologie und Ökologie einzelner Arten /gruppen - als gut bzw. sehr gut
bezeichnet werden. Für eine Rote Liste gefährdeter Weberknechte Sloweniens wird eine Einstufung in
die Kategorie R (extrem selten) vorgeschlagen, in der Roten Liste gefährdeter Weberknechte Kärntens
wird Trogulus faicipenis in der Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt (Komposch 1999). Der
einzig bekannte Fundort in Kärnten (Koschuta) ist ein Rotbuchen-Niederwald nahe der Waldgrenze,
der als Teil des Truppenübungsplatzes Koschuta anthropogenen Einflüssen ausgesetzt ist. Die heutige
Seltenheit von T. faicipenis in den Karawanken könnte unter anderem mit der konsequenten Vernichtung der ursprünglichen Rotbuchen- und Mischwälder dieses Gebirgszuges Hand in Hand gehen. Die
größte rezente Gefährdung dieses kleini-äumig verbreiteten Brettkankers dürfte
schaft ausgehen; ein Erlöschen der Koschuta-Population

im Zuge

forstlicher

von der

Forstwirt-

Maßnahmen kami

nicht

ausgeschlossen werden.

13


Zusammenfassung
wird als kleinste bisher bekannte Art der Gattung beschrieben. Sie ist charakteridurch die geringe Körperlänge ((?< 4,7/ $ < 5,3 mm), den großen Augenabstand, die dunkelbraune Färbung
der Cheliceren und im männlichen Geschlecht durch den kurzen Penis (< 1,25 mm), den stabförmigen Truncus
sowie den sichelförmig gebogenen Stylus. Weitere Unterscheidungsmerkmale zum ähnlichen T. tricarinatus
(Linnaeus, 1767) sowie Angaben zur Variabilität von beiden Arten werden angeführt. Das Auftreten von zwei
unterschiedlichen Penis-Typen von "T. tricarinatus" lassen eine umfassende Revision der Artengruppe notwendig erscheinen. Nächstverwandte Art von T. falcipenis dürfte T. (tricarinatus) hirtus sein, die sich bei ähnlicher
Genitalmorphologie v.a. durch die abstehende Behaarung der Laufbeine und des Körpers deutlich unterscheidet.
T. falcipenis ist als Bewohner der Streuschicht vorwiegend von Rotbuchen- bzw. Mischwäldern aus Österreich (Süd-Kärnten), Slowenien, Kroatien, Jugoslawien (Montenegro, Serbien) und Albanien bekannt. Die seltene Art scheint den Schwerpunkt ihrer Höhenverbreitung in der oberen Montanstufe zu haben. Die Weberknecht-Begleitfauna wird angeführt und die Gefährdung der Art kurz diskutiert.
Trogitlns falcipenis, spec. nov.

siert

Danksagung
Für Exkursionsbegleitung und Sammelhilfen danke ich Herrn Dipl. Biol. Lars Kühne, Mag. Lorenz NeuhäuserHappe, Mag. Wolfgang Paill, allen slowenischen Freundinnen und meiner Frau Brigitte. Dank schulde ich
Clemens Brandstetter, Dr. Christa Deeleman, Dr. Jason Dunlop, Dr. Jürgen Gruber, Mag. Ivo Karaman, Dr. Peer
Schnitter, Univ.-Prof. Dr. Reinhart Schuster sowie ganz besonders Frau Ljuba Slema und Herrn Univ.-Doz. Dr.
Tone Novak für das Überlassen von Tiermaterial und Funddaten, zumal die beiden letztgenannten die Eigenständigkeit der neuen Art bereits erkannt hatten. Weiters gebührt mein Dank den Herren Dr. Martin Baehr, Theo
Blick, MMag. Dr. Helwig Brunner, Dr. Jason Dunlop, Dr. Jürgen Gruber, Mag. Dr. Werner E. Holzinger, Univ.
Prof. Dr. Jochen Martens und Univ. Prof. Dr. Reinhart Schuster für Literaturhinweise bzw. kritische Durchsicht
und wertvolle Anmerkungen zum Manuskript.
Eine finanzielle Förderung dieser Arbeit erfolgte dankenswerterweise durch das Amt der Kärntner Landesregierung, Abt. 20 - Fachlicher Naturschutz, entsprechender Dank gebührt an dieser Stelle Frau Dr. Tusnelda
Rottenburg und Herrn Dr. Christian Wieser.

Literatur

Avram,

S. 1971. Quelques especes nouvelles ou connues
(Emile Racovitza) 10: 245-272

Chemini, C. 1983. Troguliis martensi n.sp. dalT



geiure Trogiilus Latr. (Opiliones).

Italia settentrionale

(Arachnida Opiliones). -

- Trav.

Inst. Speol.

Boll. Soc. ent. ital.

115: 125-129

1984. Sulla presenza di Trogiilus closanicus
Ber. nat.-med. Verein

—-

du

&

Innsbruck

Martens 1988. Trogiilus
Mus. Berl. 64: 71-81

J.

Avram

in Austria, Baviera e Slovenia (Arachnida: Opiliones).

-

71: 57-61

cisalpimis n. sp.

from the

Italian

Alps (Arachnida: Opiliones: Trogulidae). - Mitt.

Zool.

Dahl,

F.

Metamorphose der Troguliden, eine Verwandlung von
Metopoctea in Trogiilus. - SB Ges. naturforsch. Freunde Berlin: 278-292

1903. Eine eigenartige

und von

Amopaum

in Dicranolasma

J. 1969. Weberknechte der Familien Sironidae und Trogulidae aus der Türkei (Opiliones, Aradtnida)
(Ergebnisse der österreichisch-türkischen Anatolien Expeditionen 9). - Rev. Fac. Sei. Univ. Istanbul B34:
75-88

Gruber,

Komposch, Ch.
15:

Weberknechte Kärntens (Arachnida: Opiliones). - Naturschutz

in

Kärnten

- In: Senglaub, F., H. J. Hannemann &
Die Tierwelt Deutschlands 64: 464 pp., Jena
& C. Chemini 1988. Die Gattung Anelasmocephalus Simon, 1879 - Biogeographie, Artgrenzen und BiospeziesKonzept (Opiliones: Trogulidae). - Zool. Jb. Syst. 115: 1-48

Martens,



1999. Rote Liste der

547-565
J.

1978. Spimientiere, Arachnida: Weberknechte, Opiliones.

H. Schumanii

Roewer, C.

F. 1923.

(eds.):

Die Weberknechte der Erde. Jena, 1116 pp, Jena
- Opilionidea. - In: Fauna CSR 7: 1-272

Silhavy, V. 1956. Sekaci

Weiss,

--

14

W.

Weberknechte (Opiliones, excl. Sironidae) Bulgariens. - Ann. Zool. Warszawa 33: 287-433
und ökologische Untersuchungen der Gattung Trogiilus am Konglomerat von Podu
Olt in Südsiebenbürgen (Arachnida, Opiliones). - Studii si Com. Muz. Brukenthal, St. nat. 22: 213-228
T. Blick, H. Luka, L. Pfiffner & B. Walther 1998. Trogiilus martensi Chemini, 1983 im Raum Basel (Arachnida, Opiliones, Trogulidae). - AracJinol. Mitt. 16: 21-30

Starega,

,

I.

1976. Die

1978. Biometrische


SPIXIANA


Für ihre Hilfe beim Entleihen von Untersuchungsmaterial danke ich: E. Diller (Zoologische Staatssammlung, München - ZSM), J.-P. Kopelke (Natur-Museum Senckenberg, Frankfurt / Main - SMF),
R. Meier (Zoologisk Museum, Kobenhavn - ZMK), K. Schneider (Institut für Zoologie, Halle /Saale), A. Taeger (Deutsches Entomologisches Institut, Eberswalde - DEI), C. Taylor (Natural History
Museum, London - NHML) und M. Wanat (Muzeum Przyrodnicze, Wroclaw - MPW). K. Fiedler
(Lehrstuhl für Tierökologie, Bayreuth) und M. R. Shaw (National Museums of Scotland, Edinburgh)
wiesen mich freundlicherweise auf Literatur zur Lebensweise der Noctuidae hin.

Einleitung

Die Gattung Exephmies Wesmael wurde von Wesmael (1845: 13) und den meisten nachfolgenden
Autoren wegen des caudal verlängerten und zugespitzen Gasters und des vorstehenden Bohrers der
Weibchen zu den "Oxypygi" nalie Ichneumon Linnaeus gestellt. Beide Merkmale lassen sich aber als
Anpassungen an die Parasitierung von endophagen Wirten interpretieren. Zwei Merkmale sprechen
für eine Zuordnung zu den "Amblypygi" (= Amblytelina): Die Subgenitalplatte der Weibchen ist groß
und reicht weit nach caudal, was nur wegen des vorstehenden Bohrers nicht auffällt. Außerdem
stechen die Arten zur Eiablage die Larven ihrer Wirte an. Eine Diskussion dieser Merkmale findet sich
bei Heinrich (1961: 475 f.), der allerdings zu keiner Entscheidung kommt. Carlson (1979: 507 f.) stellt
Exephanes ohne Angabe von Gründen zu den Amblytelina, dieser Auffassung wird hier zugestimmt.
Die Weibchen der Exephnnes-Arten sind relativ leicht zu erkennen: Das siebente Tergit ist verlängert, länger als das sechste, und auch das achte Tergit steht etwas vor. Dazu steht der Bohrer deutlich
vor, und die Bohrerklappen sind auffällig breit (Abb. 10-13). Als einziges kennzeichnendes Merkmal
der Männchen wird genannt, daß die apicalen Haare der Cerci etwa so lang wie diese sind (Abb. 1622) (Perkins 1960: 131). Zusätzlich weist das zweite bis vierte Gastersternit eine Längsfalte auf (die des
vierten Sternits nicht immer deutlich), die Subgenitalplatte ist caudal-median mehr oder weniger stark
vorgezogen (Abb. 14-15), und das siebente Tergit ist vergleichsweise groß (aber nicht so auffällig wie
beim Weibchen). Weitere Merkmale beider Geschlechter sind, daß das Mittelfeld des Postpetiolus
deutlich längsgestreift ist und daß die Gastrocoelen und Thyridien relativ klein sind. Weil sich die
Segmente der Gasterspitze durch ungeschickte Manipulationen beim Nadeln der Tiere leicht verschieben und ihre Proportionen dann nicht mehr zu beurteilen sind, hatten frühere Autoren oft Schwierigkeiten, bei Einzelexemplaren die Gattung zu erkennen, und es sind Exephanes-Arten in anderen
Gattungen und Arten anderer Gattungen in Exephanes beschrieben oder hierher gestellt worden.
Zusätzlich sind die Typen mehrerer Taxa verloren, und um ihre Deutung hat sich bisher niemand
bemüht. Die Klärung dieser Probleme ergab 13 neue Synonyme, und von den sieben europäischen
Arten müssen vier umbenamit werden.

Revisionen und Diagnosen der Arten

Exephanes femoralis Brischke
f. - Lectotypus hiermit festgelegt:
9, "Danzig Brischke"
Gdansk/ Polen), ''Exephanes femoralis Brischke Type!" (ZSM)). Auf dieses Exemplar bezieht sich
die Bemerkung von Kriechbaumer (1893: 326). Zwei weitere Syntypen (19, 16) befinden sich in der

Exephanes femoralis Brischke, 1878: 36
(=

Sammlung
Odatomiis

Strobl in

tricolor

ebenfalls aus

Admont

(Strobl 1901: 135).

Tischbein, 1881: 186

Gdansk und

ist

f.

(Brischke 1881: 216). Der Holotypus (9) dieses Taxons stammte
Sammlung Tischbein zerstört worden (Hilpert 1992: 14).

mit der

Beschreibung
9:

Körperlänge 10

mm;

Fühlergliederzahl 35-38; viertes Fühlerglied 1,7-1,8 mal so lang wie breit;

Augen und Schläfen (von oben gesehen)
schneiden sich auf dem Postscutellum oder Propodeum, Haargruben auf den Schläfen klein und nicht
besonders vertieft; Scutellum wenig gewölbt; Hinterfemora 2,7-2,9 mal so lang wie hoch, außen
Schläfen relativ kurz, rundlich verengt, Berührungslinien an

16


subventral

und an der ventralen Kante

dicht

und

fein punktiert,

flachen Stelle etwas größer; Klauen relativ schlank, apical
1,0-1,1

und

mal so lang wie

breit,

Punkte dort zuweilen auf einer kleinen

um etwa 70° umgebogen; Area superomedia

caudale Begrenzung verwischt oder fehlend; Längsfalte auf dem zweiten
auch auf der Basis des vierten; Bohrerklappen kurz, die Cerci ragen

dritten Gastersternit, selten

über die Mitte der Bohrerklappen deutlich hinaus.
Stirnorbiten gelbbraun-rötlich; Flagellum proximal gelbbraun, distal schwarz, median mit weißem
Sattel; Coxen und Trochanteren schwarz; Hinterfemora schwarzbraun, basal und ventral rotbraun;

schwarzer Apicalring der Hintertibien etwa doppelt so lang wie die Dicke der Tibien; erstes bis drittes
Gastertergit und die Basis des vierten (dieses variabel) rotbraun, die folgenden schwarz, das siebente
mit einem großen, das achte caudal mit einem kleinen weißen Fleck, selten auch das sechste caudal

weiß

gefleckt.

Körperlänge 11-12 mm; Fühlergliederzahl 40-42; viertes Fühlerglied 1,8-1,9 mal so lang wie breit;
2; Scutellum etwas gewölbt; Hinterfemora 3,2-3,3 mal so lang wie hoch, außen subventral
und auf der ventralen Kante dicht und fein punktiert; Klauen sehr schlank, apical um 50° umgebogen;
Area superomedia 0,9-1,1 mal so lang wie breit, caudal deutlich oder undeutlich begrenzt; Subgenitalplatte caudal-median breit vorgerundet; Genitalklappen apical gerundet (Abb. 16).
Clypeus und Gesicht ganz gelb, die gelbe Zeichnung der Stirnorbiten reicht bis etwa zum Dorsalrand der Stirngruben oder wenig darüber hinaus und endet dort abgerundet oder zugespitzt; Scapus
ventral gelb, Flagellum ventral gelbbraun, dorsal dunkelbraun; ein kurzer Strich vor der Hinterecke
des Pronotums, der Subtegularwulst (dieser nicht immer) und das Scutellum weißgelb; Vordercoxen
und -trochanteren gelb gefleckt; Mittel- und Hinterbeine wie 9; erstes Gastertergit braun überlaufen,
das zweite bis vierte rotbraun, die folgenden schwarz.
6:

Schläfen wie

Exephanes fiilvescens Snellen van VoUenhoven
Exephanes fulvescens Snellen van Volleiihofen, 1875: 5 - Holotypus (9) verschollen (Krikken et al. 1981:
259), Neotypus hiermit festgelegt: 5, "L. 30.4.1954 Hannover", "1954/11 12.6.54", "ex: Miana ophio-

gramma Esp. (Lep.)" (Coli. Hinz/ZSM). Der Lectotypus von Exephanes idbrichti Hinz (vgl. unten)
wird als Neotypus von E. fiilvescens festgelegt, um die Benennung der Art zu stabilisieren. Diese
Interpretation wird bereits von Teunissen (1972: 95) angedeutet. Die Beschreibung und Abbildung
von E. fulvescens stimmen sehr gut mit der vorliegenden Art überein, insbesondere sind die
Geißelbasis hell, die Hinterfemora median breit schwarz, das erste Gastertergit schwarz, das
siebente und achte Tergit weiß gefleckt und die Bohrerklappen relativ kurz. In einem Punkt gibt
es eine Divergenz zwischen der Beschreibung und der Abbildung: Nach der Beschreibung ist das
sechste Tergit schwarz, nach der Abbildung weiß gefleckt. Hier wird angenommen, daß die
Beschreibung korrekt ist. Der Fundort des Neotypus liegt in hinreichender Nähe zum ursprünglichen Typenfundort Rotterdam.
f.
(syn. nov.) - Lectotypus (9) hiermit festgelegt: das oben als
Neotypus von E. fiilvescens gekennzeichnete Exemplar aus Coli. Hinz (ZSM). Hinz (1. c.) hatte den
Namen als "nom. nov." gekennzeichnet, aber es handelt sich nicht um ein Nomen novum im Sinne
der Nomenklaturregeln, sondern um eine Neubeschreibung unter der Annahme, daß der für das
Taxon bisher verwendete Name annulicornis Kriechbaumer nicht verfügbar sei (vgl. unten). In der
Beschreibung werden als Syntypen genannt: 299, die von Ulbricht (1908: 357 f.) und von Heinrich

Exephanes ulbrichti Hinz, 1957: 89

(1928: 86

f.)

unter

dem Namen

E.

amabiUs (Kriechbaumer) beschrieben

Geschlechter in einer Zuchtserie aus Apamea ophiogramma (Esper) aus

Neben dem Lectotypus

sind in Coli. Hinz als Paralectotypen

Leinetal bei Hannover.

366 vom Typenfrmdort und aus dem

ob auch bei Hannover gefangene Exemplare
nicht entsprechend beschriftet.

gleichen Wirt vorhanden. Unklar

ist,

Syntypen zu betrachten

wurden

sind; sie

worden waren, sowie beide

dem

(

699, 1266)

als

Das Taxon Ichneumon amabüis Kriechbaumer var. annulicornis Kriechbaumer (1895: 106 f.) gehört auch
zu dieser Art, aber der Name wird als infrasubspezifisch und deshalb als nicht verfügbar angesehen
(Hinz 1. c; Horstmann 1997: 49). Das Belegmaterial {116) ist verschollen.

17


Beschreibung
?:

Körperlänge 8,5-10

mm;

Fühlergliederzahl 37-39; viertes Fühlerglied 2,4-2,6 mal so lang wie breit;

verengt, Berührungslinien an Augen und Schläfen schneiden sich auf
oder Scutellum, Haargruben auf den Schläfen klein und nicht besonders vertieft;
Scutellum deutlich gewölbt; Hinterfemora 3,5-3,7 mal so lang wie hoch, außen ventrolateral und auf
der ventralen Kante relativ dicht und fein punktiert; Klauen kräftig, apical um 80° umgebogen; Area
superomedia 0,9-1,1 mal so lang wie breit, caudale Begrenzung meist verwischt; zweites und drittes
Gastersternit mit Längsfalte; Bohrerklappen kurz, Cerci über die Mitte hinausragend.
Apicalrand des Clypeus und die Stirnorbiten rötlich; Flagellum proximal gelbbraun, distal
schwarz, median mit weißem Sattel; Coxen schwarz, Vordercoxen teilweise apical gelblich, Trochanteren in der Regel gelbbraun, Hinterfemora überwiegend schwarz, basal und ventral rötlich, schwarzer
Apicalring der Hintertibien etwa doppelt so lang wie die Dicke der Tibien; zweites und drittes
Gastertergit rotbraun, die folgenden schwarz, das siebente und achte dorsal mit großen weißen

Schläfen relativ lang

und gerade

dem Mesoscutum

Flecken.

Körperlänge 10-12 mm; Fühlergliederzahl 39-41; viertes Fühlerglied 2,1-2,3 mal so lang wie breit;
?; Scutellum wie 9; Hinterfemora 3,7-4,0 mal so lang wie hoch, Punktierung wie 2; Klauen
etwas schlanker, apical um 60-70° umgebogen; Area superomedia 0,9-1,1 mal so lang wie breit, caudal
durch eine kräftige gerade Leiste geschlossen; Subgenitalplatte caudal-median breit vorgerundet
(Abb. 14); Genitalklappen relativ schlank, ventral deutlich vorgezogen (Abb. 17).
Clypeus und Gesicht ganz gelb, die gelbe Zeichnung der Stirnorbiten reicht bis zum Dorsalrand der
Stirngruben und endet dort zugespitzt; Scapus ventral gelb, Flagellum proximal-ventral bis zur Mitte
gelbbraun, dorsal dunkelbraun (selten auch dorsal bis zur Mitte gelblich), 14.-18. Fühlerglied mit
gelblichem Ring, distal dunkelbraun; ein kurzer Strich vor der Hinterecke des Pronotums und das
Scutellum hellgelb, Subtegularwulst schwarz; Coxen schwarz oder die Vordercoxen apical gelb gezeichnet, Trochanteren meist gelb; Hinterfemora und -tibien wie 9; zweites und drittes Gastertergit
frontal jeweils gelbrot, caudal zu 0,3-0,7 mit schwarzer Querbinde, das dritte zuweilen ganz schwarz,
die folgenden schwarz.
6:

Schläfen wie

Exephanes ischioxanthus (Gravenhorst)
1829 (Januar) f. - praeocc. durch Ichneumon hilaris Say,
Lectotypus (9) von Rasnitsyn (1981: 114) festgelegt: ohne Originaletikett (MPW). Der Typus war
auf einer relativ kurzen Nadel sehr weit unten genadelt, er stammt deshalb möglicherweise aus
Netley / England (vgl. Townes 1965: 407). In Zusammenhang niit der vorliegenden Revision wurde
er höher auf die Nadel geschoben. Außerdem ist der Typus beschädigt (Teile des Kopfes, der Beine
und die Unterseite und Spitze des Gasters fehlen), aber sicher zu determinieren.

Ichnenmori hilaris Gravenhorst, 1829: 328

Ichneumon ischioxanthus Gravenhorst, 1829: 330
(1981: 116) beschriftet:

ohne

Originaletikett,

f. (Wesmael 1859: 39) - Holotypus (S) von Rasnitsyn
nach der Beschreibung aus Breslau (= Wroclaw / Polen)

(MPW).
Ichneumon exulans Gravenhorst, 1829: 522
127) festgelegt:

Polen)

ohne

Originaletikett,

f. (Wesmael, 1845: 17) - Lectotypus (6) von Rasnitsyn (1981:
nach Details in der Beschreibung aus Breslau (= Wroclaw/

(MPW).

Exephanes subnudus Tischbein, 1881: 168 (Kriechbaumer, 1893: 327) - Holotypus (9) aus Thüringen mit
der Sammlung Tischbein zerstört (Hilpert 1992: 14). Kriechbaumer (1. c.) hat den Typus revidiert;
seine Interpretation

ist

glaubwürdig. Allerdings war das Exemplar ungewöhnlich groß (Körperlän-

ge 13 mm).

Die Taxa Exephanes
(1890: 290)
49).

18

werden

hilaris

(Gravenhorst) var. marginalis Kriechbaumer und var. bisignata Kriechbaumer
und deshalb als nicht verfügbar angesehen (Horstmann 1997:

als infrasubspezifisch


Beschreibung
9: Körperlänge 8,5-10 mm; Fühlergliederzahl 38-40; viertes Fühlerglied 1,8 mal so lang wie breit;
Clypeus apical ein wenig ausgerandet; Schläfen kurz, rundlich verengt, Berührungslinien an Augen
und Schläfen schneiden sich auf dem Scutellum oder Postscutellum, Haargruben auf den Schläfen
deutlich, aber klein, etwa so breit wie die Zwischenräume; Scutellum fast flach; Hinterfemora 3,5-3,6
mal so lang wie hoch, außen subventral dicht punktiert, mit einer abgeflachten oder wenig eingedrückten Stelle, Haargruben dort etwas größer, aber kaum zu Strichen ausgezogen; Klauen schlank, apical
etwa um 50° umgebogen; Area superomedia 0,8-0,9 mal so lang wie breit, die caudale Begrenzung oft
verwischt, in der Anlage nach frontal eingebogen; zweites bis viertes Gastersternit mit Längsfalte;
Bohrerklappen lang, Cerci nicht bis zur Mitte reichend (Abb. 10).
Stirnorbiten zuweilen etwas rötlich; Flagellum proximal und distal schwarz, median mit weißem
Sattel; alle Coxen und Trochanteren und die Hinterfemora schwarz, schwarzer Apicalring der Hintertibien etwa doppelt so lang wie die Dicke der Tibien; zweites und drittes Gastertergit und die Basis des
vierten rotbraun, die folgenden schwarz, das sechste caudal mit einer weißen Querbinde, das siebente
caudal mit einem großen weißen Fleck (Abb. 10), selten auch das fünfte caudal mit einem kleinen

weißen

Fleck.

Körperlänge 9-12 mm; Fühlergliederzahl 41-43; Clypeus apical deutlich etwas ausgerandet; Schlä?; Scutellum wenig gewölbt; Hinterfemora 3,6-3,9 mal so lang wie hoch, Punktierung wie ?;
Klauen wie ?; Area superomedia 0,7-1,0 mal so lang wie breit, die caudale Begrenzung kräftig, wenig
bis deutlich nach frontal eingebogen; Subgenitalplatte caudal-median schmal zungenförmig vorgezogen (Abb. 15); Genitalklappen breit, apical gerade abgestutzt (Abb. 18).
Clypeus und Gesicht ganz gelb, die gelbe Zeichnung der Stirnorbiten ragt in der Regel über den
Dorsalrand des Stirngruben hinaus und endet dort abgerundet (selten ist sie kürzer und endet
zugespitzt); ein langer Strich vor der Hinterecke des Pronotums, der Subtegularwulst und das Scutellum hellgelb; Coxen und Trochanteren der Vorder- und Mittelbeine oft gelb gefleckt; Zeichnung der
Beine sonst wie 2; zweites und drittes Gastertergit ganz gelbrot, seltener caudal mit dunklen Flecken,
das vierte ganz gelbrot bis fast ganz schwarz und nur in den Vorderecken hell, die folgenden schwarz.
6:

fen wie

Exephanes occupator (Gravenhorst)
Ichneumon contanünntiis Gravenhorst, 1829: 391 (Wesmael 1859: 47) - Holotypus (6) von Rasnitsyn
(1981: 119) revidiert: ohne Originaletikett, nach der Beschreibung aus Warmbrunn (= Cieplice/
Polen)

(MPW). Es handelt

sich

um

ein charakteristisches

Exemplar der

Art.

Ichneumon occupator Gravenhorst, 1829: 425 f. - Lectotypus (c?) von Rasnitsyn (1981: 121) festgelegt: ohne
Originaletikett, nach Details in der Beschreibung und Art der Montierung wahrscheinlich aus
Netley/ England (MPW). Der Typus war auf einer relativ kurzen Nadel sehr weit unten genadelt,
wurde aber in Zusammenhang mit der vorliegenden Revision höher auf die Nadel geschoben (vgl.

oben bei Ichneumon

und

hilaris

Gravenhorst). Er

Spitze des Gasters fehlen),

und

ist

beschädigt (größere Teile der Beine und die Unterseite

seine Determination

ist

nicht ganz sicher. Für die

Interpretation spricht: Fühlergliederzahl 42; Schläfen relativ lang

und gerade

herkömmliche

verengt, die Berüh-

Schläfen schneiden sich auf dem Scutellum; gelbe Zeichnung der
Dorsalrand der Stirngruben und endet dort zugespitzt; Hinterfemora
4,2 mal so lang wie hoch. Allerdings ist die Area superomedia relativ lang (0,9 mal so lang wie breit),
und ihre caudale Begrenzungsleiste ist gerade. Die Klauen der Hinterbeine sind nicht erhalten.
rungslinien an

Augen und

Stirnorbiten reicht bis

zum

Exephanes uniguttatus Kriechbaumer, 1895: 104

f.

(Hellen 1941: 43) - Syntypen (1$, 16) aus

verschollen (Aubert 1968: 193), wahrscheinlich mit der
162).

Sammlung Munk

Für die vorliegende Interpretation spricht die große Körperlänge (9 13

beschriebene Zeichnung der Gasterspitze (nur siebentes Tergit weiß gefleckt)

von

E. occupator selten vor, bei

Männchen

ist sie

Augsburg

zerstört (Hilpert 1992:

mm, 6 14,5 mm). Die
kommt bei Weibchen

nicht ungewöhnlich.

Ichneumon (Exephanes?) munki Kriechbaumer, 1895: 107 (syn. nov.) - Holotypus (6) aus Augsburg
verschollen, wahrscheinlich mit der Sammlung Munk zerstört. Die Beschreibung ist inhaltsarm
und paßt zu E. occupator oder E. venustus (Tischbein). Für die hier vorgenommene Interpretation
spricht die große Körperlänge (14 mm).

19


Exqjhanes occupator (Gravenhorst) var. unipunctatus Strobl, 1901: 135 (syn. nov.) - Holotypus (6) aus
Admont/ Österreich nicht untersucht, entspricht dem 6 von E. uniguttatus Kriechbaumer.

Die Taxa Exephanes occupator (Gravenhorst) var. bisignatus Ulbricht, var.

brinki Ulbricht, var. mediorufiis

Ulbricht, var. nigromaculatus Ulbricht, var. geldubensis Ulbricht, var. carbonarius Ulbricht, var. aterrimus

Ulbricht (1921: 26)
als nicht

und

var. mediofulvus Ulbricht (1926: 1) v^erden als infrasubspezifisch

verfügbar angesehen (Horstmann 1997:

und deshalb

52).

Beschreibung
die Weibchen dieser Art recht einheitlich sind, sind die Männchen in der Färbung äußerst
variabel, worauf viele Autoren hingewiesen haben. Besonders umfangreiche Aufstellungen der Farb-

Während

variationen finden sich bei Ulbricht (1921: 25
9:

Körperlänge 11-14

f.;

1926: 1

f.).

mm (die meisten Exemplare im oberen Größenbereich); Fühlergliederzahl 39-41;

Schläfen relativ lang und gerade, Berührungslinien an
Scutellum oder Postscutellum (Abb. 1), Haargruben auf
den Schläfen deutlich, aber klein, durch dorsoventrale Runzeln oft verwischt; Scutellum fast flach;
Hinterfemora 3,9-4,1 mal so lang wie hoch, außen subventral nur spärlich punktiert, dort nicht oder
nur an einer kleinen Stelle eingedrückt, diese mit höchstens 1-2 größeren Haargruben; Klauen kräftig,
apical um 80° umgebogen (Abb. 5); Area superomedia 0,6-0,9 mal so lang wie breit, caudale Begrenzungsleiste kräftig, oft nach frontal eingebogen (Abb. 8), selten gerade; zweites und drittes Gastersternit mit Längsfalte; Bohrerklappen kurz, Cerci über die Mitte hinausragend.
Stirnorbiten oft sclimal rotbraun gezeichnet; Flagellum proximal und distal schwarz, median mit
weißem Sattel; Coxen und Trochanteren schwarz, Hinterfemora rotbraun (ob immer?), schwarzer
Apicalring der Hintertibien häufig sehr schmal; zweites und drittes Gastertergit rotbraun, selten auch
die Basis des vierten, die folgenden schwarz, häufig das sechste und siebente deutlich weiß gefleckt,
selten nur das siebente oder das fünfte bis siebente oder vierte bis siebente weiß gefleckt, gelegentlich
auch das achte mit einem kleinen weißen Fleck.
viertes Fühlerglied 1,9-2,1

Augen und

6:

mal so lang wie

Schläfen schneiden sich auf

Körperlänge 12-15

breit;

dem

mm (die meisten Exemplare im oberen Größenbereich); Fühlergliederzahl 39-45;

mal so lang wie breit; Schläfen wie ?; Scutellum etwas gewölbt; Hinterfemal so lang wie breit, außen subventral relativ fein und dicht punktiert, ohne Besonderheiten; Klauen wie ?; Area superomedia 0,6-0,9 mal so lang wie breit, caudale Begrenzungsleiste fast
immer sehr kräftig und nach vorne eingebogen (selten gerade); Subgenitalplatte caudal-median breit
vorgerundet; Genitalklappen apical breit, fast senkrecht abgeschnitten, ventral etwas vorgezogen
viertes Fühlerglied 1,5-1,8

mora

(Abb.

3,9-4,5

19).

Gesicht lateral unterschiedlich ausgedehnt gelb, die gelbe Zeichnung dorsal höchstens bis

zum

Rand der Stirngruben reichend und dort zugespitzt, zusätzlich selten ein bis zwei gelbe Flecke
unter den Fühlergruben und / oder auf dem Clypeus; Scapus ventral unterschiedlich ausgedehnt gelb,
dorsalen

Flagellum dorsal schwarz, ventral etwas aufgehellt; kurzer Strich vor der Hinterecke des Pronotums,
Subalarwulst und Scutellum hellgelb, die helle Zeichnung des Pronotums und Subalarwulsts häufig,
die des Scutellums selten reduziert (hier selten nur zwei kleine Punkte), Thorax zuweilen ganz
schwarz; Zeichnung der Beine wie 9 oder selten Hinterfemora fast ganz schwarz und / oder schwarzer
Apicalring der Hintertibien breiter; zweites und drittes Gastertergit ganz schwarz oder frontal sehr
unterschiedlich ausgedelint rotbraun oder gelb gezeichnet oder ganz rotbraun oder gelb, seltener auch
das vierte basal rotbraun, die folgenden schwarz, häufig das siebente, selten auch das sechste mit einem

weißen Längsstrich oder Punkt.

Exephanes rhenanus Habermehl
Exephanes rhenanus Habermehl, 1918: 51 - Holotypus: 6, "Worms (7) Habermehl", "Exephanes occupator
Grav. f. rhenanus Haberm. S'" (SMF). Das zweite Etikett wurde von Habermehl später zugefügt,
E. rhenanus als Varietät zu E. occupator gestellt hatte. Ein von Ulbricht
entsprechend determiniertes Männchen in München gehört in der Tat zu E. occupator, aber der
Holotypus von E. rhenanus gehört zu der vorliegenden Art. Er weist folgende Kennzeichen auf:
Fühlergliederzahl 45; Schläfen sehr stark verengt, Berührungslinien an Augen und Schläfen schnei-

weil Ulbricht (1921: 26)

20


sich auf dem Mesoscutum; gelbe Zeichnvmg der Stirnorbiten ragt über den dorsalen Rand der
Stirngruben hinaus und endet abgerundet; Klauen schlank, apical um 60° umgebogen; caudale
Begrenzungsleiste der Area superomedia gerade.

den

Exephanes calamagrostis Heinrich, 1950: 15

f.

(syn. nov.)

- Holotypvis:

2, "24.7.47.

Oberharz.

leg.

Hinz"

(ZSM).

Beschreibung
9:

Körperlänge 9-11

Schläfen relativ lang

mm;

Fühlergliederzahl 42-45; viertes Fühlerglied 2,0-2,1 mal so lang wie breit;

und gerade

verengt, Berührungslinien an

Augen und

Schläfen schneiden sich auf

Haargruben auf den Schläfen klein und verwischt, dazu
dorsoventrale Runzeln vorhanden; Scutellum fast flach; Hinterfemora 3,7-4,1 mal so lang wie hoch,
außen subventral und auf der ventralen Kante deutlich spärlicher punktiert, ohne Eindellung und
größere Haargruben; Klauen schlank, apical um 60° umgebogen (Abb. 6); Area superomedia 0,7-0,8
mal so lang wie breit, caudale Begrenzungsleiste häufig undeutlich, in der Anlage meist gerade;

dem Mesoscutum

bis Scutellum (Abb. 2),

dem zweiten bis vierten Gastersternit, auf dem vierten nicht immer deutlich; Bohrerklappen lang, Cerci erreichen nicht die Mitte (Abb. 11).
Stirnorbiten teilweise schmal rotbraun; Flagellum proximal gelbbraun, distal schwarz, median mit
weißem Sattel; Coxen und Trochanteren schwarz, Hinterfemora rot, schwarzer Apicalring der Hintertibien 1-2 mal so breit wie die Dicke der Tibien; zweites und drittes Gastertergit rotbraun, die folgenden
schwarz, auf dem siebenten ein großer (Abb. 11), selten auch auf dem sechsten ein kleiner weißer Fleck.
Längsfalte auf

Körperlänge 11-14 mm; Fühlergliederzahl 43-46; viertes Fühlerglied 1,7-1,8 mal so lang wie breit;
9; Scutellum etwas gewölbt; Hinterfemora 3,8-4,2 mal so lang wie hoch, Struktur wie 9;
Klauen wie 9; Area superomedia 0,7-0,9 mal so lang wie breit, caudale Begrenzungsleiste vollständig
und gerade; Subgenitalplatte caudal-median breit vorgerundet; Genitalklappen apical breit gerundet,
ventral etwas vorgezogen (Abb. 20).
Gesicht lateral gelb, die gelbe Zeiclinung der Stirnorbiten reicht über den Dorsalrand der Stirngruben hinaus und endet abgerundet, Gesicht häufig zusätzlich mit zwei kleinen gelben Pvinkten oder
einem U-förmigen Fleck unter den Fühlergruben und /oder Clypeus mit zwei Flecken oder einer
Querbinde oder gelbe Zeichnung zusammenfließend, aber Basalfurche und Apicalrand des Clypeus
immer schwarz gezeichnet; Scapus ventral gelb gefleckt, Flagellum ventral wenig aufgehellt; fast
immer ein kurzer oder längerer Strich vor der Hinterecke des Pronotums und häufig der Subtegularwulst gelb, Scutellum fast ganz oder ganz hellgelb; Hinterfemora schwarz, basal schmal rotbraun,
selten überwiegend rotbraun und nur innen und außen dunkel gefleckt; Zeichnung der Beine sonst wie
9; zweites und drittes Gastertergit rotbraun, caudal gelegentlich mit kleinen schwarzen Flecken oder
S:

Schläfen wie

Querbinden, die folgenden schwarz, selten das vierte basal rotbraun.

Exephanes

riesei

(Habermehl)

Ichneumon (Exephanes?) amahüis Kriechbaumer, 1895: 105 ff. - praeocc. durch Ichneumon amabilis Giraud,
1863 - Lectotypus hiermit festgelegt: 6, "Trostbg. 23.6.94 Jemiller" (= Trostberg /Süddeutschland),
"10/27.", ''amahüis m. d" (ZSM). Aubert (1981: 313) hat den Typus als Holotypus bezeichnet, aber

Kriechbaumer hatte mehrere Exemplare der Nominatform vor
Ichneumon riesei Habermehl, 1916: 284 (syn. nov.) - Holotypus:
unbekannt), "Ichneumon riesei Haberm. 6" (SMF).

sich.

6,

"aus Raupe (Riese)" (Fundort

Exephanes amabilis (Kriechbaumer) forma rhenana Habermehl, 1923: 278 (syn. nov.) - praeocc. durch

Exephanes rhenanus Habermehl, 1918 - Lectotypus hiermit festgelegt: S,

"Worms

10.6.20

Haberm.",

S f. rhenana Haberm." (SMF). Der Paralectotypus (c?) aus Leverkusen
vorhanden und gehört zu E. fulvescens. Die Typen von /. amabilis, I. riesei

''Exephanes amabilis Kriechb.
ist

in Frankfurt ebenfalls

und

E. amabilis

forma rhenana wurden direkt miteinander verglichen.

Exephanes hoerhammeri Heinrich, 1949: 101 (Heinrich 1950: 15) - Holotypus:
Bayern IV 48" (ZSM).

9,

"Haag Amper Ober-

21


Das Taxon Ichneumon amabilis Kriechbaumer var. ramifer Kriechbaumer (1895: 106), ein bisher übersehener Name, wird als infrasubspezifisch und deshalb als nicht verfügbar angesehen (vgl. Horstmann
1997: 47 ff., wo ein Hinweis auf diesen Namen allerdings fehlt). Die an gleicher Stelle beschriebene var.
annulicornis Kriechbaumer gehört zu E. fulvescens.
Beschreibung
?:

Körperlänge 10-12

mm;
und

Fühlergliederzahl 42-43; viertes Fühlerglied 2,0-2,1 mal so lang wie breit;

wenig gerundet, außen an Augen und Schläfen gelegte
Scutellum oder Postscutellum, Haargruben auf den Schläfen
deutlich und tief, an den meisten Stellen breiter als die Zwischenräume; Scutellum fast flach; Hinterfemora 4,0-4,3 mal so lang wie hoch, außen subventral und an der ventralen Kante dicht und fein
punktiert, ohne Besonderheiten; Klauen schlank, apical um 60° umgebogen; Area superomedia 0,9-1,0
mal so lang wie breit, caudale Begrenzungsleiste meist verwischt, in der Anlage meist gerade; zweites
bis viertes Gastersternit mit Längsfalte; Bohrerklappen lang, Cerci nicht bis zur Mitte reichend.
Stirnorbiten meist schmal rötlich; Flagellum proximal und distal schwarz, median mit weißem
Ring; Coxen und Trochanteren schwarz, Hinterfemora schwarz, basal oft rot gezeichnet, schwarzer
Apicalring der Hintertibien etwa doppelt so breit wie die Dicke der Tibien; zweites und drittes
Gastertergit rotbraun, häufig das dritte, selten auch das zweite caudal schwarz, selten das dritte fast
ganz schwarz, die folgenden schwarz, das siebente mit einem großen hellgelben Fleck, selten auch das
sechste und /oder das achte caudal mit kleinen hellgelben Flecken.
Schläfen relativ lang

deutlich verengt,

Berührungslinien schneiden sich auf

S:

Körperlänge 11-13

mm;

dem

Fühlergliederzahl 42-46; viertes Fühlerglied 2,0-2,2 mal so lang wie breit;

Schläfen wie ?; Scutellum etwas gewölbt; Hinterfemora 4,0-4,3 mal so lang wie hoch, Struktur wie 9;
Klauen wie 2; Area superomedia 0,8-1,0 mal so lang wie breit, caudale Begrenzungsleiste deutlich
ausgebildet, gerade oder etwas nach frontal eingebogen; Subgenitalplatte caudal-median breit vorge-

rundet; Genitalklappen breit, apical etwas ausgerandet, nach ventral etwas vorgezogen (Abb. 21).

Labrum, Mandibeln, Clypeus vmd Gesicht ganz

hellgelb, gelbe

Zeichnung der Stirnorbiten

in der

Regel über den dorsalen Rand der Stirngruben hinausreichend und dort abgerundet (selten kürzer

und

zugespitzt); Scapus ventral gelb, Flagellum ventral gelbbraun, dorsal schwarzbraun; kurzer Strich vor

der Hinterecke des Pronotums

und Subalarwulst

hellgelb, selten dort

nur kleine Flecke, Scutellum in

der Regel hellgelb, selten nur mit gelber Querbinde; Coxen und Trochanteren der VorderMittelbeine deutlich hellgelb gezeichnet oder fast ganz gelb, Hinterfemora schwarz, basal

und

und

apical

schwarzer Apicalring der Hintertibien etwa doppelt so breit wie die Dicke der
drittes Gastertergit frontal rotbraun, caudal mit breiter schwarzer Binde, diese
selten zu einem Punkt reduziert oder ganz fehlend, die folgenden schwarz.

oft

schmal

gelblich,

Tibien; zweites

und

Exephanes tauricus Hinz (spec. nov.)

Typen. Holotypus: 9, "97/69", "Aintab (Taurus) tauricus m. 39" (Türkei). - Paratypen: 299 mit den
Etiketten "97/70" beziehungsweise "97/71" (ohne Fundortangabe, aber vermutlich vom gleichen Ort)
(alle ZSM). Die Art ist schon von Kriechbaumer benannt, aber nicht beschrieben worden.

Beschreibung
Körperlänge 12 mm; Fühlergliederzahl 42, viertes Fühlerglied 2,2-2,3 mal so lang wie breit; Schläfen
und relativ gerade verengt, Berührungslinien an Augen und Schläfen schneiden sich auf der
Scutellargrube (Abb. 3), Haargruben auf den Schläfen klein; Wangenraum etwas kürzer als die Breite
der Mandibelbasis; Mesoscutum fein und sehr dicht punktiert; Scutellum fast flach; Mesopleuren auf
glattem Grund kräftig und überwiegend dicht punktiert, Speculum klein; Hinterfemora 4,0-4,4 mal so
lang wie hoch, außen subventral und auf der ventralen Kante etwas spärlicher punktiert, ohne
abgeflachte Stelle; Klauen sehr schlank, apical um 50° umgebogen (Abb. 7); Area superomedia 0,6-0,7
mal so lang wie breit, caudale Begrenzung nach frontal gebogen, etwas undeutlich; Mittelfeld des
Postpetiolus dicht und fein gestreift, ohne Punkte; zweites bis viertes Gastersternit mit Längsfalte;
Bohrerklappen kurz, Cerci über die Mitte hinausreichend (Abb. 12).
9:

stark

22


Clypeus schwarz; dorsale Hälfte der Gesichtsorbiten und die Stirnorbiten deutlich hellrotbraun
und distal schwarz, median mit weißem
Sattel; Scutellum hellgelb; Coxen, Trochanteren und die Hintertarsen schwarz, Femora, Tibien und
Tarsen sonst rotbraun, schwarzer Apicalring der Hintertibien sehr schmal; zweites und drittes Gastertergit rotbraun, dazu das vierte an den Vorderecken oder fast ganz rotbraun, die folgenden schwarz,
das fünfte bis siebente caudal mit breiter weißer Binde, das achte caudal schmal weiß gerandet (Abb.
12), bei einem Paratypus auch das vierte caudal schmal weiß gerandet.
gezeichnet; Scapus ventral breit rotbraun, Flagellum proximal

d unbekannt.

Exephanes veniistus (Tischbein)
Ichneumon venustus Tischbein, 1876: 286 - Syntypen (66) aus Birkenfeld (Hunsrück/ Westdeutschland)
mit der Sammlung Tischbein zerstört (Hilpert 1992: 14), Neotypus hiermit festgelegt: 2, "L. 30.6.63
Celle" (in Norddeutschland), "1963 /XLIV 5.8.63", "ex: Tapinostoln pygmina Haw. (Lep.)" (Coli.

Hinz/ZSM). Folgende Befunde führten zu der Festlegung des Neotypus: Kriechbaumer (1894: 282)
266 aus Coli, von Siebold
(ZSM) und stellt dieses Material mit Bedenken zu E. occupator. Die beiden Exemplare sind in
München erhalten. Sie gehören nach allen Merkmalen zu der vorliegenden Art, die Kriechbaumer
von E. occupator nicht unterscheiden konnte. Zusätzlich sind in München 39? aus Coli, von Siebold
vorhanden (möglicherweise aus derselben Serie, alle ohne Fundortangaben), die ebenfalls hierher
gehören. Die Beschreibung erlaubt keine sichere Entscheidung, zwei Merkmale sprechen für eine
Zuordnung zu E. venustus: Körperlänge 11-12 mm; Area superomedia so lang wie oder wenig
kürzer als breit. Durch die hier vorgenommende Interpretation bekommt eine schwer abzutrennende Art einen Namen, der durch einen Typus aus einer Zuchtserie gesichert ist. Die Wahl eines
Weibchens als Neotypus folgt Artikel 75(d)(4) der Nomenklaturregeln. Der Fundort des Neotypus

hat noch einen Typus der Art untersucht, hält ihn für artidentisch mit

hinreichender Nähe zum Fundort der ursprünglichen Syntypen,
mindestens bis Süddeutschland vor (1$ aus München in ZSM).
liegt in

zudem kommt

die Art

Ichneumon insidiator Tischbein, 1876: 287 (syn. nov.) - praeocc. durch Ichneumon insidiator Fabricius,
1781 - Holotypus {6) aus Danzig (= Gdansk/Polen) mit der Sammlung Tischbein zerstört. Tischbein

(1.

gibt an, daß die Art mit /. venustus Tischbein "nahe verwandt" sei. Kriechbaumer (1894:
den Typus noch untersucht, stellt ihn zu Exephanes und vermutet eine Zugehörigkeit zu

c.)

340) hat

E.femoralis Brischke (vermutlich in erster Linie

Er hat das

Männchen

spricht eindeutig

rotbraun).
E. z^enustus

wegen des identischen Typenfundorts beider Taxa).
Anschauung gekannt, und die Beschreibung

dieser Art aber nicht aus eigener

gegen diese Interpretation

(bei

/.

insidiator

Gesicht nicht ganz gelb; Hinterfemora

Dagegen ist die Übereinstimmung der Beschreibung mit einigen Männchen von
gut, und insbesondere die kleine Körperlänge (11 mm) spricht für diese Zuordnung.

f. (syn. nov.) - Holotypus: 6, "Sondbg." (= S0nderborg/
Dänemark), "c?", "Type der Beschreibung Kriechb.", "Coli. Wüstnei", "caelebs Kriechb." (ZMK).
Folgende Merkmale sprechen für die hier vorgeschlagene Determination des Holotypus: Körperlänge 11,5 mm; Schläfen hinter den Augen rundlich verengt, Berülirungslinien an Augen und
Schläfen schneiden sich auf der Area basalis; Hinterfemora 4,0 mal so lang wie hoch, außen
subventral mit der Spur einer Eindellung, innen und außen schwarz gefleckt; Area superomedia
so lang wie breit.

Exephanes caelebs Kriechbaumer, 1890: 289

Beschreibung

und von

beiden Geschlechtern nicht immer sicher zu unterscheiund zahlreiche gefangene Exemplare
aus verschiedenen Museen sind recht klein (kleiner als die meisten Exemplare von E. occupator) und
auch im Körperbau relativ einheitlich. Wenige aus anderen Wirten gezüchtete Exemplare sind aber
größer, vermutlich in Abhängigkeit von der Wirtsgröße. Alle untersuchten Exeniplare aus Irland
(NHML) zeichnen sich durch fast ganz schwarze Hinterfemora aus (Perkins 1960: 204). Schließlich sind
einige gefangene Weibchen und Männchen zwischen E. occupator und E. venustus intermediär und
nicht sicher zuzuordnen. Die folgende Beschreibung erfaßt die Nominatform; auf abweichende Exem-

Die Art

ist

sehr variabel

E. occupator in

den. Die Zuchtserie aus Photedes pygmina (Haworth) (Coli. Hinz)

23


Tài liệu bạn tìm kiếm đã sẵn sàng tải về

Tải bản đầy đủ ngay

×